Der Wahnsinn lauert bei dem Donizetti-Werk "Lucia di Lammermoor" aber eigentlich ohnehin schon an jeder Ecke des Librettos von Salvadore Cammarano, das sich wieder an dem Roman "The Bride of Lammermoor" von Walter Scott anlehnt. Die Regie von Proske rannte damit in Erl also quasi offene Türen ein, kostete diese angelegten Übergänge zwischen Rationalität und Wahnsinn genüsslich aus und unterstrich die zum Teil halluzinatorisch anmutenden Irrsinnsaugenblicke mit einem üppigen Bühnenbild von Darko Petrovic sowie klugem, ausdifferenziertem Lichtdesign von Jiyoun Chang mehr als nur gekonnt.