"Die Bettleroper" ("The Beggar's Opera") von John Gay mit Musik von Johann Christoph Pepusch wurde 1728 am Lincoln's Inn Fields Theatre in London uraufgeführt. Sie parodierte die damals hippe Händel-Oper, steif und gestelzt, und verlegte die Handlung weg von höfischen Kreisen in die untersten Schichten der Gesellschaft. Eine Oper für Bettler sollte es sein. Bertolt Brecht nahm den Stoff als Basis für seine "Dreigroschenoper".
Linz
Linzer "Bettleroper" in der Sprache von Realityshows
Susanne Lietzow und Gilbert Handler haben "Die Bettleroper" aus dem 18. Jahrhundert überschrieben und in die 2020er geholt. Geworden ist es ein Sozialporno in der Sprache von mit C- und D-Promis besetzten Realityshows. Bei der Premiere am Freitag im Linzer Schauspielhaus gab es teils Standing Ovations für ein Ensemble, das sich einen Abend lang in der nuschelig-genudelten Artikulation trashiger deutscher Dokusoaps suhlt und sichtlich Spaß dabei hat - ebenso wie das Publikum.
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