"Die Briefe könnten unspektakulär erscheinen, wenn man sie an den konfliktbeladenen Korrespondenzen mit Paul Celan oder mit Max Frisch misst", schreibt Hans Höller in seinem Vorwort. "Doch geht es in Bachmanns Briefwechsel mit Heinrich Böll um das Gegenteil, um die Vermeidung von persönlichen Konflikten. Denn beide wollen, vom Literaturbetrieb vereinnahmt, in der freundschaftlichen Zuneigung und Nachsicht ihre Selbstachtung bewahren und sich über die Vermarktung des Schreibens, dem sie das gelebte Leben zum Opfer bringen, austauschen."
Wien
Briefwechsel zwischen Böll und Bachmann erschienen
Ingeborg Bachmann und Heinrich Böll: zwei Koryphäen der deutschsprachigen Literatur der Nachkriegszeit. Kein Wunder, dass man mit Interesse der Publikation ihres Briefwechsels im Rahmen der Salzburger Bachmann Edition entgegensah. Über zwei Jahrzehnte lang tauschten sie Briefe aus, ihre Lebensumstände denkbar verschieden, doch in den Problemen des Schreibens und Publizierens einander sehr ähnlich. Die Briefe zeigen einander zugewandte, einander wertschätzende Kollegen.
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