"Die Geschichte besteht nicht nur aus dem heiligen Franz von Assisi, sondern auch aus Tyrannen, Diktatoren und blutrünstigen Menschen. Wir dürfen nicht eine imaginäre himmlische Vergangenheit aufbauen, sondern wir müssen sie kennen, um sie zu korrigieren", so Muti. Der Dirigent kritisierte, dass das Libretto einiger Opern geändert worden sei. "In 'Il Ballo in maschera' lässt Verdi den Richter sagen, dass die Zauberin Ulrica das 'unreine Blut der Neger' hat. Verschiedene Theater, darunter auch die Scala, haben diese Formulierung geändert", kritisierte Muti.
Rom
Riccardo Muti ist gegen "Woke- und Cancel-Culture"
Riccardo Muti, der das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker im Musikverein dirigieren wird, ist gegen die "Woke- und Cancel-Culture". "Das ist etwas, was ich absolut ablehne. Nichts darf ausgelöscht werden, im Gegenteil, alle Fehler der Vergangenheit müssen den jungen Menschen bewusst gemacht werden", sagte Muti im Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" (Sonntagsausgabe).
© APA/HANS PUNZ