Gefordert werden in dem auch an Bundeskanzler Karl Nehammer und Finanzminister Magnus Brunner (beide ÖVP) adressierten Brief aber eine "nachhaltige Erhöhung" der Gehälter und eine "dauerhafte Sicherung und Steigerung der Kaufkraft für alle öffentlich Bediensteten." Als Basis für die Verhandlungen nehmen will die GÖD neben der außer Streit zu stellenden Inflation und des Wirtschaftswachstums auch den "enormen Belastungsanstieg durch mehrere zu bewältigende Krisen". Konkret angeführt werden in diesem Zusammenhang die Folgen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges, aber auch die "noch nie dagewesene Anzahl an Volksbegehren, die zu organisierenden Gemeinderats-, Landtags- und die Bundespräsidentenwahl(en)".

Außerdem führt die Gewerkschaft ins Treffen, dass neben dem deutlichen Anstieg der zu bewältigenden Aufgaben auch die Personalnot in allen Bereichen dazu führe, dass die Belastungen für die Beschäftigten immer größer werden. "Nur durch das große Engagement aller Kolleginnen und Kollegen kann die hohe Funktionalität aller staatlichen Einrichtungen, insbesondere Justiz, öffentliche Verwaltung, innere und äußere Sicherheit, Bildung und Gesundheit sowie alle Bereiche der Daseinsvorsorge, aufrechterhalten werden", schreibt Schnedl in dem der APA vorliegenden Brief. "Die mittlerweile prekäre Personalsituation, sowie der enorme Druck durch ständig steigende Aufgaben wirken sich negativ auf die Attraktivität des Öffentlichen Dienstes aus, wodurch es immer schwieriger wird am Arbeitsmarkt konkurrenzfähig zu sein."

Mit diesem Thema hat sich in dieser Woche auch die GÖD-Bundeskonferenz beschäftigt. In einer von diesem Gremium verabschiedeten Resolution werden umgehend Maßnahmen verlangt, um den Öffentlichen Dienst für qualifizierte Jobsuchende attraktiver zu machen und MitarbeiterInnen im Öffentlichen Dienst zu halten.

In dem Brief an die Regierung ersucht die GÖD, die Verhandlungen so rechtzeitig aufzunehmen, dass das geplante Gehaltsabkommen mit 1. Jänner 2023 in Kraft treten kann. Weiters wird ersucht, zu den Verhandlungen auch die Vertreter der Länder, des Städte- und Gemeindebundes sowie seitens der Arbeitnehmer auch die für die Gemeindebediensteten zuständige Gewerkschaft Younion einzuladen, weil die Gehaltserhöhungen für die Bundesbediensteten in der Regel auch von den Ländern und Gemeinden nachvollzogen werden.

Das Beamten-Ministerium bestätigte auf Anfrage der APA den Erhalt des Briefes. "Konkrete Termine zur Aufnahme der Gehaltsverhandlung werden vereinbart", hieß es aus dem Büro Koglers, ohne auf Inhalte einzugehen.