So lauteten nämlich die Bedenken des Datenschutzexperten Thomas Lohninger von epicenter.works. "Der Staat hält bewusst Sicherheitslücken offen", kritisierte er bei der Veranstaltung des Verbandes der Internet Service Provider (ISPA). Denn damit Gefährder im Einzelfall überwacht werden können, müsse der Staat auf Sicherheitslücken zugreifen. Das Wissen über solche Lücken müsste zuvor teuer zugekauft werden, am Schwarzmarkt würden für entsprechende Lücken sechs- oder gar siebenstellige Summen bezahlt werden, auch von Staaten. "Hier wird Steuergeld investiert, in die massive Unsicherheit der Bevölkerung." Diese Lücken könnte man auch den Herstellern melden, damit diese geschlossen werden. "Ein Bundestrojaner ist daher auch immer eine Massengefährdung", so Lohninger.
Wien
DSN-Chef: "Beteiligen uns nicht am Schwarzmarkt"
Die Messenger-Überwachung, von Kritikern gerne auch als "Bundestrojaner" bezeichnet, ist am Donnerstag zentraler Punkt einer Diskussion im Rahmen des "Austrian Internet Summits" gewesen. Verfassungsschutz-Chef Omar Haijawi-Pirchner verwehrte sich einmal mehr dem Vorwurf, damit Massenüberwachung betreiben zu können bzw. dass sich durch die Möglichkeit für die Sicherheitsbehörden, im Anlassfall z.B. Whatsapp-Chats mitlesen zu können, eine Gefahr für die Bevölkerung ergebe.
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