Nichts davon sei "populär" und man werde damit "keinen Wahlkampf gewinnen", sagte Bonin in Richtung der türkis-grünen Regierung. "Man muss einmal das Budget systematisch durchforsten". "Sinnvolle Investitionen", etwa in Forschung und Entwicklung, dürfe man aber nicht zurückfahren, so der Spitzenökonom. Das Institut für Höhere Studien (IHS) erwartet für 2024 in Österreich ein gesamtstaatliches Budgetdefizit von 3,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und damit einen Verstoß gegen die EU-Fiskalregeln. "Österreich droht ein blauer Brief aus Brüssel", sagte Bonin. Für 2024 bis 2028 prognostiziert das IHS hierzulande eine Budgetsaldo von im Schnitt minus 2,8 Prozent pro Jahr. Das Wifo bezifferte das jährliche Budgetdefizit bis 2028 vergangene Woche mit durchschnittlich 3,2 Prozent pro Jahr.
Wien
IHS-Chef: Sparpaket in Höhe von 2 bis 4 Mrd. Euro notwendig
Angesichts des prognostizierten hohen Budgetdefizits bis 2028 empfiehlt IHS-Chef Holger Bonin der Regierung ein "kurzfristiges" Sparpaket. Der Einsparungsbedarf belaufe sich auf 2 bis 4 Mrd. Euro, sagte der Ökonom am Donnerstag bei der Präsentation der Mittelfristprognose für Österreichs Wirtschaft. Bonin warnte bei Einsparungen vor der "Rasenmäher-Methode". Man könne bei klimaschädlichen Subventionen einsparen, etwa bei der Pendlerpauschale und der Dienstwagen-Besteuerung.
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