2018 veröffentlichte Zaller ein Buch, in dem er ein beunruhigendes Bild landwirtschaftlicher Praktiken und deren Auswirkungen auf Natur und Mensch zeichnete: "Unser täglich Gift. Pestizide - die unterschätzte Gefahr". Schon damals forderte er dringend Maßnahmen. "Meiner Einschätzung nach hat sich seither sehr wenig geändert. Es werden immer wieder ein paar Nebelgranaten gezündet und irgendwelche Kampagnen ohne Verbindlichkeit lanciert. Aber unterm Strich tut sich erschreckend wenig", sagt er. Dabei sei eindeutig nachgewiesen, dass es sich dabei um Substanzen handle, die gesundheitsgefährdend und auch durch ihre energieintensive Herstellung klimaschädlich seien sowie die Biodiversität gefährdeten.
Chronik
Ökologe fordert Pestizidreduktion: "Das ist alles erprobt"
Die Reduzierung des Einsatzes von Pestiziden in der Landwirtschaft ist neben dem Gesetz zur Wiederherstellung der Natur eines der wesentlichen Vorhaben, die die EU-Kommission im Rahmen ihres "Green Deal" am Ende ihres Mandats noch durchbringen möchte. Vor allem von Seite der EVP sind diese Pläne stark unter Beschuss geraten. Im Interview mit der APA kritisiert der Ökologe Johann Zaller von der Universität für Bodenkultur Wien die Argumente der Gegner als längst widerlegt.
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