Zugleich hätten digitale Tools wie Smartphones und Apps an Bedeutung für das Wohlbefinden gewonnen, weil sie den Alltag in vielen Bereichen wesentlich erleichtern, geht aus der "Digital-Life Studie 2022" hervor, die aktuelle Daten mit jenen aus 2016 vergleicht und am Mittwoch in Wien vorgestellt wurde. "Die digitalen Medien haben vor allem bei den unter 30-Jährigen einen sehr hohen persönlichen Stellenwert. Aber auch die Über-60-Jährigen schätzen digitale Features zur Pflege ihrer Kontakte ganz besonders", so Wölfl. Werner Beutelmeyer, Vorstand des Market-Instituts, ergänzte: "82 Prozent der über 70-Jährigen nützen Smartphones."

Das Smartphone als digitales Tool liegt generell an der Spitze: 87 Prozent nutzen es, 85 Prozent nennen es wichtig für ihr Leben, für 43 Prozent - gegenüber 30 Prozent im Jahr 2016 - hat es einen hohen Stellenwert für das Wohlbefinden. Auch andere "smarte" Geräte sind im Kommen. 35 Prozent nutzen ein Smart-TV-Gerät, 21 Prozent eine Smart Watch, 13 Prozent Smart Home-Devices.

Corona sei ein Turbo für das "Digital-Life" gewesen. Mehr als die Hälfte der in Österreich lebenden Menschen (51 Prozent) hat die private Nutzung in der Pandemie verstärkt, bei 35 Prozent geschah dies auch im Beruf. Bei den 16- bis 19-Jährigen ist sie "explosionsartig angestiegen", sowohl in Schule und Beruf (plus 76 Prozent) als auch privat (plus 56 Prozent). Knapp 70 Prozent der Befragten sind täglich mehr als eine Stunde im Netz. Mehr als jede bzw. jeder Zweite meint, dass der Umgang mit digitalen Geräten schon im Volksschulalter beginnen sollte.

Die jüngere Generation hat ihren Nachrichtenkonsum weitgehend in die sozialen Medien verlagert. Social Media hat aber auch insgesamt deutlich zugelegt: Für 76 Prozent ist WhatsApp wichtig oder sehr wichtig (2016: 64 Prozent), für 45 Prozent YouTube (2016: 39 Prozent), für 26 Prozent Instagram (2016: 6 Prozent). Facebook befindet sich auf dem absteigenden Ast (33 Prozent gegenüber 37 Prozent vor sechs Jahren). Als Top-Funktionen von Apps haben sich etabliert: Wetterauskünfte einholen, Orientierung im Straßenverkehr und Bankgeschäfte erledigen. An Bedeutung verloren haben Apps hingegen für die Planung der Freizeitgestaltung, das Knüpfen von Kontakten und die Job- und Partnersuche.

Mit dem Einzug ins Alltagsleben erscheinen die digitalen Risiken den meisten geringer als früher. So ist die Angst vor Datenmissbrauch von 68 auf 54 Prozent zurückgegangen, die Furcht vor Fremdzugriffen auf die persönlichen Daten von 61 auf 49 Prozent, vor staatlicher Überwachung von 55 auf 45 Prozent, die Angst vor Cybercrime von 47 auf 43 Prozent. Mehr gefürchtet als früher werden negative Folgen von Social Media-Postings, insbesondere Shitstorms.