Von den bisher zehn Todesopfern konnten vier noch nicht identifiziert werden. Sieben der acht Verletzten liegen noch im Krankenhaus. Der Zustand von zwei deutschen Verletzten, die sich im Spital der Stadt Belluno befinden, sei zufriedenstellend, teilten die Gesundheitsbehörden mit.

Am Samstag ist im gesamten Trentiner Fassa-Tal ein Trauertag vorgesehen. Der Erzbischof von Trient, Lauro Tisi, wird mit dem Pfarrer der Ortschaft Canazei, Mario Bravin, Mitglied der Alpinrettung, eine Trauerzeremonie zu Ehren der Opfer zelebrieren. In Canazei befindet sich das Hauptquartier der Rettungseinheiten.

Der Zugang zur Bergspitze der Marmolata blieb unterdessen geschlossen. Der höchste Berg der Dolomiten, der in den Provinzen Trient und Belluno liegt, wird laut Experten mehrere Wochen lang nicht mehr zugänglich sein. Der Trentiner Tourismus bangt um die Sommersaison, die nach zweieinhalb Pandemie-Jahren wieder in Schwung gekommen war.

Am Freitag kam es unweit der Unglücksstelle an der Marmolata zu einem Felssturz, bei dem ersten Erkenntnissen zufolge aber niemand verletzt wurde, wie die Bergrettung der norditalienischen Region Venetien laut dpa mitteilte. Der Felsbrocken habe sich am Freitag um 11.38 Uhr in etwa 2.400 Metern Meereshöhe vom Berg Moiazza gelöst und sei bei einem Zugangsweg für einen Klettersteig abgegangen. Ein deutscher Alpinist hörte ein lautes Donnern, sah eine Staubwolke und schlug den Angaben zufolge in einer nahe gelegenen Schutzhütte Alarm. Die Bergrettung schloss nach Überflügen mit dem Helikopter aus, dass Menschen betroffen waren. Der Berg Moiazza nahe der Gemeinde Agordo in der Provinz Belluno liegt nur knapp 20 Kilometer Luftlinie oder eine dreiviertel Autostunde von der Marmolata entfernt.