Die EU weine Maduro keine Träne nach, hielt Meinl-Reisinger zudem fest. Sie betonte aber auch, dass die von US-Präsident Donald Trump angeordnete Militäroperation gegen Venezuela nicht mit dem völkerrechtlichen Gewaltverbot im Einklang stehe.
Prinzipiell hielt die Außenministerin fest, dass die EU "eine klare gemeinsame Sicherheitspolitik, eine robuste Verteidigungsfähigkeit, aber vor allem auch eine gemeinsame Außenpolitik" haben müsse, wenn sie in Zukunft "irgendeine Rolle" spielen wolle. Sie erinnerte auch daran, dass US-Präsident Trump immer wieder betone, dass er die zu Dänemark gehörende Insel Grönland für die USA beanspruche. Es sei bereits" eine neue Weltordnung da", formulierte Meinl-Reisinger, "ob es einem gefällt oder nicht". In diesem Zusammenhang sei sie Realpolitikerin. "Entweder wir spielen eine Rolle oder wir stehen auf der Speisekarte."
Aktuell seien 750 Auslandsösterreicher in Venezuela registriert, bestätigte die Außenministerin in der ZiB 2. Zudem seien einige Personen als Reisende bekannt. Bisher habe der im Außenministerium eingerichtete Krisenstab aber "keine einzigen Wunsch nach einer Ausreise" erhalten. Allerdings sei eine solche aktuell "auch nicht so leicht möglich", ergänzte Meinl-Reisinger. Beispielsweise habe Kolumbien die Grenze zu Venezuela geschlossen. "Falls es Ausreisewillige gibt, die sagen, ich möchte das Land jetzt verlassen, dann werden wir alles tun um die Sicherheit der Österreicher zu gewährleisten und selbstverständlich auch diese Ausreise zu ermöglichen."
"Das Recht des venezolanischen Volkes, über seine Zukunft zu entscheiden, muss respektiert werden", schrieb laut der Nachrichtenagentur dpa auch die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas in einem Post auf X. Die Stellungnahme wird laut Kallas von 26 der 27 EU-Staaten unterstützt. Welches Mitgliedsland das Statement nicht mitträgt, blieb zunächst offen. Die EU stünde in engem Kontakt mit den Vereinigten Staaten sowie regionalen und internationalen Partnern, damit unter der Führung der Venezolaner eine verhandelte, demokratische, inklusive und friedliche Lösung der Krise gefunden werden könne, heißt es in dem Post.
Die EU-Chefdiplomatin Kallas ruft darin erneut dazu auf, das Völkerrecht zu achten. Der Kampf gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität und den Drogenhandel seien wichtig. Gleichzeitig betont die EU, dass diese Herausforderungen durch eine nachhaltige Zusammenarbeit unter uneingeschränkter Achtung der territorialen Integrität und Souveränität angegangen werden müssten.
Noch am Samstag hatte Trump bei einer Pressekonferenz erklärt, die Vereinigten Staaten würden Venezuela vorübergehend führen und die Vizepräsidentin des Landes, Delcy Rodríguez, sei zur Kooperation bereit. Diese hingegen gibt sich unbeugsam. Sie forderte noch am Samstag Maduros Freilassung und bezeichnete den US-Angriff als Verstoß gegen die UN-Charta. "Wir werden nie wieder Sklaven sein", sagte sie in Richtung Trump.
Kallas schrieb ihr ihrem Statement zudem, in dieser kritischen Zeit sei auch die Achtung der Menschenrechte von entscheidender Bedeutung. "Alle derzeit in Venezuela inhaftierten politischen Gefangenen müssen bedingungslos freigelassen werden." Die EU-Mitgliedstaaten arbeiteten eng zusammen, um die Sicherheit der EU-Bürger, einschließlich derjenigen, die illegal in Venezuela inhaftiert seien, zu gewährleisten.