Vor zehn Jahren sei Österreich nicht auf größere Fluchtbewegungen vorbereitet gewesen - "und in weiterer Folge auch nicht auf eine Gesellschaft mit höherem Diversitätsgrad", so Kohlenberger. Aber man habe viele Fortschritte gemacht. "Wir haben etwa eine gute Struktur für Ankommende - es gibt Werte- und Deutschkurse, Integrationsprogramme und Unterstützung für die ersten Schritte in den Arbeitsmarkt", betont die Forscherin der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien.
Wien
Forscherin: Lücke zwischen Migrationsrealität und Politik
Als Anfang September 2015 zehntausende Geflüchtete in Wien ankamen, war Österreich "nicht ideal vorbereitet", sagt die heimische Migrationsforscherin Judith Kohlenberger. Seither habe sich aber viel getan, 2015 sei eine Art "Katalysator" für Integrationsmaßnahmen gewesen, vor allem, was die erste Phase des Ankommens betrifft. In vielen anderen Bereichen sei die Politik aber noch nicht "in der Realität angekommen", kritisiert sie im Gespräch mit der APA.
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