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Trotz Gewaltandrohung Aufruf zu Protesten in Weißrussland

Ungeachtet neuer Gewaltandrohungen hat die Opposition in Weißrussland mit Swetlana Tichanowskaja an der Spitze zu Protesten gegen Machthaber Alexander Lukaschenko aufgerufen. Zur Unterstützung von Tichanowskajas Ultimatum an Lukaschenko, bis zum 25. Oktober alle Gefangenen freizulassen und zurückzutreten, gebe es in Minsk und anderen Städten am Sonntag einen großen "Partisanenmarsch", hieß es.

 

In ihrem Exil in EU-Land Litauen hatte Tichanowskaja einen Generalstreik für den 25. Oktober in ihrer Heimat angekündigt, um Lukaschenkos Macht zu brechen. "Ich bin überzeugt von unserem baldigen Sieg, weil ich sehe, mit welchem Elan ihr das Volksultimatum unterstützt", teilte sie am Freitag mit.

Lukaschenkos Machtapparat hatte in dieser Woche den Einsatz von Schusswaffen angedroht, sollte sich die Lage zuspitzen. Zudem ließ Lukaschenko Tichanowskaja zur internationalen Fahndung wegen des Versuchs eines Umsturzes ausschreiben. Litauens Präsident Gitanas Nauseda rief dazu auf, den "illegalen" Fahndungsaufruf zu ignorieren. Die EU sollte Tichanowskaja alle Türen offen halten, schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter. Die 38-Jährige erfährt international breite Unterstützung.

Tichanowskaja traf am Freitag den kanadischen Außenminister François-Philippe Champagne in Litauens Hauptstadt Vilnius. "Ich denke, Sie können sich darauf verlassen, dass die internationale Gemeinschaft mit Ihnen und den Menschen in Belarus zusammensteht", sagte Champagne der Agentur BNS zufolge. Die Regierung Kanadas hatte zuletzt Sanktionen gegen die Führung in Belarus verhängt - ebenso wie die EU, die USA und Großbritannien.

Belarus steckt in einer schweren innenpolitischen Krise seit der umstrittenen Präsidentenwahl am 9. August. Machthaber Lukaschenko hatte sich nach 26 Jahren an der Macht mit 80,1 Prozent der Stimmen für eine sechste Amtszeit zum Sieger erklären lassen. Seither gibt es Proteste im Land. Die EU erkennt ihn nicht als Präsidenten an. Die Demokratiebewegung in Belarus sieht Tichanowskaja als wahre Präsidentin. Die Bürgerrechtlerin floh kurz nach der Wahl auf Druck des Machtapparats nach Litauen.

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