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Bereits mehr als 1.300 Tote durch Coronavirus

In ganz China sind nach Angaben der Nationalen Gesundheitsbehörde NHC bis Mittwoch 1.367 Menschen durch das Coronavirus gestorben. Im Vergleich zu Dienstag ist das ein Anstieg um 254 Todesfälle. Nie zuvor gab es für einen einzigen Tag höhere Zahlen. Die Zahl der Neuinfektionen betrug laut NHC 15.152. Insgesamt sind damit 59.805 Menschen erkrankt. In Österreich gibt es keine bestätigte Erkrankung.

© APA (Archiv/AFP)
 

Am Mittwoch seien alleine in der Provinz Hubei, die das Epizentrum der Epidemie ist, 242 Menschen gestorben, teilten die Gesundheitsbehörden am Donnerstag mit. Außerdem wurden in Hubei 14.840 neue Krankheitsfälle registriert, am Dienstag waren es gerade einmal 1.638. Hier dürfte der Grund für den beispiellos rasanten Anstieg sein, dass die Behörden ihre Methoden zur Erfassung der Fälle überarbeitet haben. Die zuletzt aufgekommene Hoffnung, der Kampf gegen das erstmals im Dezember erkannte Virus könnte bald gewonnen sein, erlitt damit einen herben Dämpfer.

Der sprunghafte Anstieg der Covid-19-Fälle (so der offizielle Name) in China bedeutet nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht, dass sich plötzlich viel mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben. Vielmehr bezögen sich mehr als 13.000 neu gemeldete Fälle auf Patienten aus den vergangenen Wochen, sagte der Nothilfedirektor der WHO, Michael Ryan, am Donnerstag in Genf. Bei diesen Patienten sei das Virus nicht mit Labortests nachgewiesen worden, sie hatten sich aber nach Überzeugung der Ärzte mit dem neuen Coronavirus infiziert.

Die Behörden in Hubei legten den Unternehmen nahe, den Zwangsurlaub zu verlängern und nicht vor dem 20. Februar ihren Betrieb wieder aufzunehmen. In Hongkong sollen die Schulen bis Mitte März geschlossen bleiben. Staatliche Medien meldeten nach wachsender Kritik in der Öffentlichkeit am Krisenmanagement der Behörden, dass zwei Spitzenvertreter der Kommunistischen Partei in Hubei von ihren Posten enthoben worden seien.

International gab es Kritik am Informationsfluss aus China. Gab es bisher schon wenig Vertrauen in die chinesischen Informationen über den Ausbruch, leidet Chinas Glaubwürdigkeit durch das Hin und Her in der Berichterstattung nun einmal mehr. "Transparenz sieht anders aus", sagte ein Diplomat. Der plötzliche Anstieg schreckt das Land auch ausgerechnet zu einem Zeitpunkt auf, an dem die chinesische Führung eigentlich langsam zur Normalität zurückkehren wollte.

In Japan ist unterdessen erstmals ein mit dem Coronavirus infizierter Mensch gestorben. Eine um die 80 Jahre alte Frau, die sich mit dem Erreger infiziert hatte, sei tot, teilte der japanische Gesundheitsminister Katsunobu Kato am Donnerstag mit. Noch sei aber unklar, ob sie an Covid-19 oder aus anderen Gründen gestorben sei.

In Vietnam wurden aus Angst vor der Ausbreitung des Virus mehrere Dörfer mit insgesamt rund 10.000 Einwohnern unter Quarantäne gestellt. Die Behörden ließen die rund 40 Kilometer von der Hauptstadt Hanoi entfernte Kommune Son Loi abriegeln, zu der mehrere Dörfer gehören. Dort wurden bisher sechs Fälle von Covid-19-Infektionen registriert. Die Maßnahme gilt demnach zunächst für 20 Tage.

Bis Donnerstag 10.00 Uhr gab es in Österreich keinen bestätigten Fall einer Coronavirus-Infektion. Jedoch bringt der Ausbruch des neuartigen Virus auch in Österreich diskriminierende Töne mit sich. So sind bei der Antidiskriminierungsstelle ZARA bis Donnerstag bereits mehr als ein Dutzend Meldungen eingegangen. Asiatisch aussehende Personen werden ausschließlich aufgrund ihres Aussehens bzw. ihrer vermeintlichen Herkunft als potenziell ansteckend gesehen und daher undifferenziert ausgeschlossen oder angefeindet, teilte ZARA mit.

In der Beratungsstelle gingen Meldungen von rassistischen und aggressiven Bemerkungen im öffentlichen Raum, in Schulen und auch in klassischen sowie Sozialen Medien ein. Von rassistischen Anfeindungen betroffen waren auch Kinder, sagte eine ZARA-Sprecherin auf Anfrage der APA.

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