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UN fordern Untersuchung zu Gewalt bei Protesten im Libanon

Nach gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften im Libanon haben die Vereinten Nationen eine Untersuchung gefordert. Die Vorfälle und der mögliche übermäßige Einsatz von Gewalt durch Sicherheitskräfte müssten geprüft werden, schrieb der UN-Sonderkoordinator für den Libanon, Ján KubiÅ¡, am Montag bei Twitter.

© APA (AFP)
 

Sonst drohten die Beteiligten, in noch "aggressiveres und konfrontativeres Verhalten abzurutschen". Im Libanon waren am Samstag laut Augenzeugen Dutzende Menschen verletzt worden, als Demonstranten auf den Platz vor dem Parlamentsgebäude in Beirut drängten. Aus Kreisen des Roten Kreuzes hieß es, mindestens 70 Menschen hätten nach dem Einsatz von Tränengas Atembeschwerden gehabt. Am Sonntag warfen Demonstranten laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur LAN Feuerwerkskörper und Flaschen auf Sicherheitskräfte. Nach offiziellen Angaben wurden durch Steinwürfe mindestens 27 Polizisten verletzt.

Es waren die schwersten Zusammenstöße seit Beginn der regierungskritischen Proteste im Libanon vor rund zwei Monaten. Die Veranstalter erklärten, dass "Eindringlinge" der schiitischen Hisbollah und der Amal-Bewegung für die Gewalt verantwortlich seien.

Das kleine Mittelmeerland ist hoch verschuldet und leidet unter einer akuten Wirtschaftskrise. Die Proteste hatten Ende Oktober zum Rücktritt von Ministerpräsident Saad Hariri geführt. Er war am Montag aber als einziger aussichtsreicher Kandidat im Gespräch und könnte seinen alten Posten damit erneut einnehmen. Hariri ist derzeit geschäftsführend im Amt. Das Parlament will am Donnerstag über einen neuen Regierungschef beraten.

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