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Saudi-Arabien: Ölanlagen mit iranischen Waffen angegriffen

Bei den Angriffen auf zwei Öl-Anlagen in Saudi-Arabien sind laut der im Jemen kämpfenden Militärkoalition Waffen aus dem Iran eingesetzt worden. Die Houthi-Rebellen, die sich zu den Angriffen bekannt hatten, drohten mit neuen Attacken. US-Präsident Donald Trump - der zuvor mit einem Vergeltungsschlag gedroht hatte - will nun nach eigenen Worten einen militärischen Konflikt möglichst vermeiden.

© APA (AFP)
 

Alles deute darauf hin, dass die Waffen "aus dem Iran stammten", sagte ein Sprecher der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition am Montag. Nach ersten Ermittlungen werde nun untersucht, von wo aus die Waffen abgefeuert wurden, sagte der Koalitionssprecher Turki al-Maliki in Riad. "Die Angriffe gingen nicht von jemenitischem Gebiet aus, wie es die Houthis behauptet haben." Die Houthis seien "ein Instrument" in der Hand der iranischen Revolutionsgarden.

Die beiden Anlagen des saudi-arabischen Staatskonzerns Aramco in Abkaik und Khourais im Osten des Königreichs waren am Samstag attackiert worden. Nach Informationen der "New York Times" wurden die Angriffe vom Norden oder Nordwesten aus verübt. Dies gehe nach Erkenntnissen der US-Regierung aus Satellitenaufnahmen hervor, berichtete die Zeitung. Demnach wurden die Ölanlagen vom nördlichen Persischen Golf aus angegriffen, also eher aus dem Iran oder Irak als aus dem Jemen.

Kremlchef Wladimir Putin dem Land indes russische Waffen zum Kauf angeboten. "Wir sind bereit, Saudi-Arabien angemessen zu unterstützen", sagte er am Montag bei einem Gipfel im türkischen Ankara. Der Präsident verwies dabei auf die Raketenabwehrsysteme S-300 und S-400. Diese Waffen "werden zuverlässig jede Infrastruktur in Saudi-Arabien schützen". Das Land sollte aber selbst wählen zwischen S-300 und dem neueren Nachfolgemodell S-400.

Die US-Regierung hatte bereits am Sonntag den Iran verantwortlich gemacht. "Der Iran hat einen beispiellosen Angriff auf die globale Energieversorgung verübt", erklärte US-Außenminister Mike Pompeo. Trump twitterte: "Es besteht Grund zu der Annahme, dass wir den Täter kennen." Die USA stünden nun mit "geladener" Waffe bereit.

Trump - der den Urhebern der Attacke zuvor mit einem Vergeltungsschlag gedroht hatte - will nun nach eigenen Worten einen militärischen Konflikt möglichst vermeiden. Er würde einen solchen Konflikt "sicherlich vermeiden wollen", sagte Trump am Montag im Weißen Haus. Er bekundete allerdings zugleich seine Bereitschaft, Saudi-Arabien nach diesen Attacken zu "helfen".

Teheran wies die Anschuldigungen der USA entschieden zurück. Sie seien "unsinnig" und "unverständlich", sagte Außenamtssprecher Abbas Moussawi. Die Houthi-Rebellen drohten am Montag mit weiteren Angriffen auf Ölanlagen in Saudi-Arabien. Die saudi-arabische Führung müsse damit rechnen, dass die Houthis mit ihrem "langen Arm" jeden beliebigen Ort "zu jedem Zeitpunkt" erreichen könnten, erklärte ihr Sprecher Jahja Sari. Ausländer sollten sich nicht in den Anlagen aufhalten, "weil sie weiter in unserer Reichweite sind und erneut ins Visier genommen werden könnten".

Im Jemen herrscht seit 2015 Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansour Hadi und den Houthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht.

Die Europäische Union forderte "größtmögliche Zurückhaltung". Die Angriffe seien "eine echte Bedrohung für die regionale Sicherheit". Es sei wichtig, "die Fakten eindeutig zu klären und festzustellen, wer für diesen Angriff verantwortlich ist", sagte die Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini.

Russland warnte die USA und alle anderen Länder vor "voreiligen Schlüssen" zur Urheberschaft der Angriffe. "Wir fordern alle Länder auf, keine Schlussfolgerungen zu ziehen, die die Situation verschärfen könnten", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag der Agentur Interfax zufolge. China rief die USA und den Iran auf, sich "in Zurückhaltung zu üben", um die Stabilität in der Region zu bewahren. Alle Betroffenen sollten davon absehen, die Spannungen weiter eskalieren zu lassen, sagte Außenamtssprecherin Hua Chunying.

Im UN-Sicherheitsrat in New York verurteilte Jemen-Vermittler Martin Griffiths den Angriff in Saudi-Arabien. Die neue UN-Botschafterin der USA, Kelly Craft, bekräftigte die Darstellung Washingtons, dass es Hinweise für einen Angriff des Irans gebe.

Der Ölpreis war nach den Angriffen auf die Öl-Anlagen von Aramco so stark in die Höhe geschnellt wie seit dem Golfkrieg Anfang der 1990er Jahre nicht mehr. Die Attacken führten außerdem zu einem Einbruch der Ölproduktion des Konzerns um die Hälfte. Im Tagesverlauf bröckelte der Ölpreis aber wieder ab, nachdem mehrere Länder angekündigt hatten, strategische Reserven freizugeben.

Seit der einseitigen Aufkündigung des Atomabkommens durch die US-Regierung vor gut einem Jahr haben die Spannungen zwischen Washington und Teheran immer weiter zugenommen. Die USA wollen den Iran mit harten Sanktionen zum Einlenken bewegen. Die Strafmaßnahmen haben im Iran eine Wirtschaftskrise ausgelöst. Der Iran will nun sein Atomprogramm wieder hochfahren. Zuletzt kam es auch vermehrt zu Zwischenfällen in der für den Öltransport wichtigen Straße von Hormuz. Die USA haben ihre Militärpräsenz in der Region verstärkt.

Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) beschlagnahmten indes nach eigenen Angaben im Persischen Golf nahe der Straße von Hormuz ein Schiff mit 250.000 Litern illegalem Öl am Bord. Alle Schmuggler am Bord seien festgenommen worden, teilten die IRGC am Montag mit. Im Persischen Golf gibt es immer wieder Schiffe und Boote, die illegal Öl und Gasöl in benachbarten Golfstaaten schmuggeln.

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