Wie die EU-Kommission im Februar gingen zuletzt auch die Ökonomen der Bank Austria für heuer von nur noch 1,6 Prozent realem Wirtschaftswachstum aus. Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) und Institut für Höhere Studien (IHS), die im Dezember noch 2,0 bzw. 1,7 Prozent prognostiziert hatten, werden in einer Woche wohl einen gedämpfteren Ausblick vorlegen.
Er gehe davon aus, dass die neue BIP-Prognose des Wifo am Freitag kommender Woche "etwa in einer ähnlichen Dimension" wie jene der EU-Kommission liegen wird, nämlich vielleicht 50 Basispunkte tiefer im Vergleich zur vorigen Prognose, sagte Löger im Klub der Wirtschaftspublizisten. "Ein Wachstum von 1,6 Prozent ist etwas, mit dem man arbeiten kann. Auch mit 1,5 Prozent bin ich noch in keiner Bedrohungslage", versicherte er. "Auch im kommenden Budget, für 2020, werden wir den soliden Budgetplan halten", zeigte sich der Minister überzeugt; die Bank Austria erwartet dann nur 1,5 Prozent BIP-Plus.
Bei der aktuellen Konjunktur müsse man beim Begriff "Aufschwung" wohl das "Auf" wegnehmen, "aber es ist Schwung da", meinte Löger. Die "ehrlichste Rechnung" sei für ihn ohnedies das administrative Budget, die reine Einnahmen- und Ausgabenrechnung des Bundes. Hier soll es ja ab heuer Überschüsse geben - erstmals seit 1954, also seit 65 Jahren.
Auch für die bis Ende April erforderliche Meldung der mittelfristigen Finanzplanung an die EU-Kommission in Brüssel erwarte er im Lichte der Konjunkturabschwächung "keine dramatische Veränderung" im Vergleich zu den früher genannten Ziffern, so Löger - etwa die Zahlen aus dem Strategiebericht zum Finanzrahmen des Bundes aus dem Vorjahr, auf die auch seit der Regierungsklausur im Jänner immer wieder verwiesen worden ist. Demnach wurde für heuer ein Maastricht-Saldo von 0,0 Prozent des BIP erwartet und für die Folgejahre 2020/21/22 Überschüsse von 0,1, 0,2 und 0,4 Prozent der Wirtschaftsleistung.