Helga Michie wurde am 1. November 1921 in Wien als Helga Aichinger geboren. Kurz vor Kriegsausbruch konnte die Tochter einer jüdischen Ärztin mit einem der letzten Jugendtransporte nach England fliehen. Nach Ausbildung und Heirat in London fand sie engen Kontakt zu Künstlern und Schriftstellern im englischen Exil, unter ihnen Anna Mahler, Veza und Elias Canetti, H. G. Adler, Erich Fried und Michael Hamburger, und suchte ihren Weg zunächst als Schauspielerin, später auch als Autorin und Übersetzerin.

Mitte der 1960er-Jahre begann Michie, bildkünstlerisch zu arbeiten und fertigte quasiautomatische Zeichnungen an, in denen die Schrecken der Verfolgung und Vertreibung wiederkehren. Angereichert wurden sie um poetischen Witz, Alltagsbeobachtungen und experimentelle Handhabung druckgrafischer Techniken. Mit ihrer Schwester Ilse Aichinger blieb Michie über Jahrzehnte in engem brieflichen Kontakt. Ihre Gedichte schrieb sie auf Englisch - mit "Concord. Gedichte und Bilder" ist in der Edition Korrespondenzen allerdings ein zweisprachiger Band mit Originalen und Übersetzungen von Ute Eisinger erschienen.