AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Solidaritätsaktion für in Ankara festgenommenen Österreicher

Zahlreiche Studierende, Professoren, Mitarbeiter sowie die Hochschülerschaft (ÖH) der Universität Wien haben ihre Unterstützung für den Österreicher bekundet, der am Dienstag in Ankara festgenommen wurde. In einem Schreiben verurteilen sie die Verhaftung des jungen Autors "auf das Schärfste und fordern seine sofortige Freilassung". 115 Personen unterzeichneten die Solidaritätsaktion.

 

Der Österreicher wurde am Donnerstag von seinem Anwalt besucht. Das bestätigte der Sprecher des Außenministeriums, Peter Guschelbauer, am Freitag gegenüber der APA. Am Freitagnachmittag sei ein Treffen zwischen seinem Anwalt und dem türkischen Staatsanwalt geplant.

Der 29-Jährige arbeitet seit drei Jahren als freier Journalist, Autor und Student in Ankara und studierte zuvor Politikwissenschaft und Philosophie an der Universität Wien. Er sei "stets als engagierter und solidarischer Kollege und exzellenter Studierender an der Universität Wien aufgetreten, der sich gegen gesellschaftliches Unrecht sowie für demokratische Rechte eingesetzt" habe, hieß es in dem Solidaritätsschreiben. Die Unterzeichner sind deshalb "der Überzeugung, dass es sich bei den ihm zur Last gelegten Vorwürfen um einen haltlosen Vorwand handelt, um kritische Stimmen in der türkischen Öffentlichkeit einzuschüchtern und mundtot zu machen", so der Vorwurf.

Gegen den Österreicher versucht die Staatsanwaltschaft in Ankara offenbar Ermittlungen wegen angeblicher Verbindungen zu einer illegalen kommunistischen Gruppierung anzustellen. Ihm werde vorgeworfen, Studenten- und Kindercamps mitorganisiert zu haben, die mit einer Splittergruppe der türkischen kommunistischen Partei TKP verbunden sein sollen, gab der Anwalt des jungen Steirers laut "Standard" ("Freitag-Ausgabe") gegenüber der Onlinezeitung "Arti Gercek" an. Der Österreicher gab demnach an, er sei im Umfeld der pro-kurdischen Parlamentspartei HDP aktiv gewesen, die aber nicht verboten sei.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte bereits am Mittwoch eine Konkretisierung der Vorwürfe durch Ankara gefordert. Sollte dies nicht möglich sein, müsse eine "sofortige Freilassung" erfolgen, sagte Kurz. Auch zahlreiche Politiker und Kollegen erklärten sich solidarisch mit dem linksgerichteten Journalisten. Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) versprach dem Landsmann "jede notwendige Unterstützung".

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren