Sichere Medikamentenversorgung für EU-Bürger gefordert

Funktionierende Lösungen für alle EU-Bürger bzw. -Länder müsse es in den Bereichen sichere Medikamentenversorgung sowie E-Health geben. Diesen Konsens betonten Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) und Vytenis Andriukaitis, EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, am Dienstag in Wien. Präsentiert wurden die Ergebnisse der informellen Tagung mit ihren EU-Amtskollegen.

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Verbesserungspotenzial ortete Hartinger-Klein im Informationsaustausch zwischen Zulassungsbehörden für Arzneimittel und anderen Stakeholdern im Gesundheitssystem. So sei es etwa für den Hauptverband der Sozialversicherungsträger schwierig, sich frühzeitig auf die Entwicklung neuer Produktgruppen und Produkte einzustellen und entsprechende planerische Vorkehrungen zu treffen. Es müsse sichergestellt werden, dass besonders teure Medikamente auch einen entsprechenden Nutzen für schwerkranke Patienten haben, erläuterte die Ministerin. Dazu würden erweiterte Zulassungskriterien benötigt. Die rasche Versorgung mit neuen Arzneimitteln solle jedoch gewährleistet bleiben.

In Österreich funktioniere die Verfügbarkeit zwar gut, das treffe aber keineswegs auf ganz Europa zu. "Sogar in Europa werden bestimmte Arzneimittel in einzelnen Ländern nur zeitverzögert oder manchmal auch überhaupt nicht auf den Markt gebracht", sagte Hartinger-Klein. Daher müssten Maßnahmen überlegt werden, wie die Versorgungssicherheit für alle Patienten sichergestellt werden kann. Bestehende "Information Gaps" müssten geschlossen werden, so Andriukaitis.

E-Health, der Einsatz elektronischer Kommunikationsmittel in der Gesundheitsversorgung, sei sowohl in Therapie und Behandlung als auch in der Forschung von großer Bedeutung, hieß es. Dazu zählen etwa die Verwendung digitaler Gesundheitsdaten. Die existierende digitale Infrastruktur müsse jedoch modernisiert werden, betonte auch Andriukaitis, dazu seien Investitionen nötig, sowohl von privater Seite wie auch von der öffentlichen Hand. Eine Guideline für gezielte europaweite Förder- und Investitionsprogramme im E-Health-Bereich zum Aufbau einer europaweit interoperablen digitalen Infrastruktur für Gesundheitsdiensteanbieter solle erstellt werden. Der Vorsitz werde den Rat "Beschäftigung, Sozialpolitik, Gesundheit und Konsumentenschutz" im Dezember 2018 über die Ergebnisse der Tagung informieren, so Hartinger-Klein.

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