Mit sechzehn schwärmte ich einen Sommer lang für die linken Sandinisten, die im Jahr 1979 in Nicaragua den brutalen, von den USA gestützten Diktator Somoza von der Macht vertrieben hatten. Die Revolutionäre, so sagten sie, wollten eine gerechte, solidarische Gesellschaft aufbauen, und ich träumte davon, mich für ein paar Wochen als Erntehelfer in einer internationalen Brigade zu verdingen, für die sieben Jahre nach dem Umsturz auch in Österreich immer noch eifrig geworben wurde. Besonders angetan hatte es mir Ernesto Cardenal, der Priester, Dichter und Marxist, der in der sandinistischen Regierung von Daniel Ortega das Amt des Kulturministers bekleidete.