Der Schmerz ist nicht kleiner geworden. Auch zwei Tage danach sucht man vergeblich das Begreifliche im Unbegreiflichen, der Verstand rutscht ab an den glatten, kalten Wänden des Geschehenen. Schockiert und trotzdem routiniert haben die Kolleginnen und Kollegen aus dem Steiermark-Ressort am gestrigen Tag versucht, die Umstände und Hintergründe des Grazer Amoklaufs zu erklären und einzuordnen. Ein tastender Gang auf schmalem Grat. Andere Medien haben schon dick aufgetragen, zerren mit voyeuristischem Furor noch das kleinste Detail aus dem Täterumfeld ans Licht. Wir erlegen uns Zurückhaltung auf, nicht aus wohlfeilem Stolz, sondern aus Anstand und selbstverständlicher Pflicht. Und doch sollen wir zugleich das berechtigte Informationsbedürfnis decken. Die Wahrheit ist zumutbar, aber die Dosis bestimmt auch in diesem Fall die Wirkung.