Nachhaltigkeit ist gerade für den Steinmetz mehr als ein bloßes Schlagwort. „Wenn man historische Bauwerke wie das Stift Rein renoviert und es einem bewusst wird, dass man als jüngste Generation in einer jahrhundertelangen Reihe von Steinmetzen hier arbeitet, ist das schon etwas ganz Besonderes“, schwärmt Landesinnungsmeister Josef Kaindlbauer. Natürlich hat man es als Steinmetz nicht immer mit Baudenkmälern zu tun.

Josef Kaindlbauer
Josef Kaindlbauer © Foto Fischer

Sehr oft ist die Ewigkeit aber trotzdem ein Thema, zum Beispiel beim kunstvollen Anfertigen von Grabsteinen oder beeindruckenden Grabkreuzen. „Interieur, Exterieur, Sanierung, Renovierung, am Friedhof – wir werden überall gebraucht und haben mit Bauwerken aller Epochen zu tun. Ich finde, wir haben den tollsten Job, den man haben kann“, ist Kaindlbauer überzeugt. Heute wird bei aller Kunstfertigkeit natürlich auch mit modernsten Techniken gearbeitet. Zum Beispiel mit Robotern, die einen Wasserstrahl mit so hohem Druck erzeugen, dass dieser mühelos Stein zerschneiden kann. Aber nicht nur Technikfreaks, auch kreative Naturen oder auch eher ruhige Einzelgänger, die sehr oft als Graveure arbeiten, finden in diesem Beruf ein reiches Betätigungsfeld. Natürlich ist der Haupteinsatzort eines normalen Steinmetzes nicht unbedingt ein jahrhundertealtes Stift, sondern ganz normale Häuser.

Service für die Terrasse

© Armin Lanker

Dafür hat Josef Kaindlbauer einen Tipp: „Natursteinterrassen halten wesentlich länger, wenn sie quasi ein Service bekommen. Reinigen, Erneuern der kaputten Steinplatten, neu verfugen – mit ein paar kleinen Handgriffen kann man die Lebensdauer der Terrasse um Jahrzehnte verlängern und so langfristig Geld sparen.“ Auch im Innenraum sorgt Stein für lang anhaltende Freude. Egal ob als strapazierfähige Arbeitsplatte in der Küche, effektvolle Wandverkleidung, repräsentative Stiegenhäuser oder robuster Steinboden, „den man ­übrigens wie einen Parkettboden abschleifen kann und der dann wie neu aussieht“, wie Kaindlbauer anmerkt. Der Werkstoff Stein steht wohl wie kein anderer für Langlebigkeit und damit Nachhaltigkeit. Auch ist seine Gewinnung relativ wenig Natur belastend, weil der Abbau im Wesentlichen in die Tiefe erfolgt und so wenig Bodenfläche verbraucht wird. So ge­sehen zahlt es sich mehrfach aus, auf den „ewigen“ Werkstoff Stein zu setzen.