Zuerst einmal zur Begriffserklärung: Unter Solarthermie (abgekürzt ST) versteht man die Umwandlung der Sonnenenergie in nutzbare thermische Energie. Eine Solarthermie-Anlage liefert also Wärme; sei es zur Unterstützung der Heizung oder für Trink- und Duschwasser.
Die Solarthermie stand in den vergangenen Jahren im Schatten der Photovoltaik-Technik. Und im Schatten bringt Sonnenenergie bekanntlich wenig.
Dabei zahlt sich Solarthermie richtig aus: „Da die thermischen Solaranlagen einen wesentlichen höheren Wirkungsgrad aufweisen als PV-Anlagen, ist auch deren Amortisationszeit wesentlich kürzer“, weiß Anton Berger, Innungsmeister der Installateure. „Durch die derzeitige Förderlandschaft in der Steiermark liegt diese je nach Anlage bei ca. drei Jahren.“Bei Haushalten fließen 80 Prozent des Energiebedarfs in Wärme und nur 20 Prozent in Strom.
Der Energieertrag von Solarwärme ist dreimal so hoch wie bei Photovoltaik, diese Flächeneffizienz sollte daher für die Wärme genutzt werden. Um etwa gleich viel Solarwärme wie Solarstrom am Dach zu ernten, empfiehlt sich eine Aufteilung von einem Viertel der Dachfläche für Solarwärme und drei Viertel der Fläche für PV.
Auch ein Vorteil: Im Vergleich zu vielen anderen Technologien sind Solarwärmeanlagen lieferfähig; die heimische Wertschöpfung beträgt 75 Prozent. Es muss also nicht auf Zellen aus Asien gewartet werden, die Komponenten liefern heimische Unternehmen. Solaranlagen sind zudem leicht zu recyceln, weil keine Verbundwerkstoffe, seltenen Erden etc. enthalten sind. Die Lebensdauer der Anlagen beträgt mindestens 25 Jahre.
Solar und Holzheizung
Werden Holzheizungen mit thermischen Solaranlagen kombiniert, kann man im Sommer Holz sparen, und das wiederum spart Emissionen und Biomasseressourcen, die für die Raumwärme und Industrie benötigt werden. Bei 10.000 Solar-Holz-Kombiheizungen beträgt die eingesparte Holzmenge über die Lebensdauer rund 213 Millionen Kilogramm Holz, was dem Gewicht von 142.000 ausgewachsenen Fichten entspricht.
Fette Landesförderung!
Das Land Steiermark fördert seit dem 1. Jänner 2023 Solarwärme-Anlagen mit 300 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche (maximal 20 Quadratmeter).Zusätzlich kann der bundesweite 1500-Euro-„Raus aus Öl und Gas“-Solarbonus in Anspruch genommen werden.