Am Abend nach Hause kommen und es sich vor einem knisternden Feuer gemütlich machen. Nach einem Winterspaziergang auf der Ofenbank eines Kachelofens aufwärmen. Oder während der Übergangszeit am Abend noch schnell mit einem Kaminofen für eine warme Stube sorgen. Ein offenes beziehungsweise sicht- oder hörbares Kaminfeuer bringt Wellness ins Wohnzimmer. Wobei man da für mehr als nur eine Ofenform Feuer und Flamme sein kann.

Der Kachelofenmassiv gemauert
Der Kachelofen (oder auch Grundofen/Speicherofen/Putzofen) ist ein individuelles Produkt und wird vom Hafner vor Ort aufgemauert. Der Brennraum und die Nachheizzüge bestehen traditionell aus keramischem Material.
Bei einem Kachelofen dauert es nach dem Einheizen etwa zwei Stunden, bis er seine maximale Wärme abgibt. Der Grund dafür liegt im Wärmespeicher, der sich unter hohen Temperaturen in kurzer Zeit schnell auflädt, aber die Wärme langsam und kontinuierlich abgibt. Ist es jedoch so weit, sorgt der Kachelofen dann für stundenlange Wärme. Diese Strahlungswärme erwärmt nicht die Luft, sondern Oberflächen in den Räumen und wird als sehr angenehm empfunden. Gerade für Allergiker oder in der Erkältungszeit ist die milde Strahlungswärme ideal, da die Raumluft nicht ausgetrocknet wird. Eine Studie der Versuchs- und Forschungsanstalt der Hafner beweist außerdem, dass man dadurch schneller entspannt.
Der Kachelofen hat eine lange Tradition in Österreich, vielen ist er in grüner oder blauer Kacheloptik in Skihütten ein Begriff. Heute sind sämtliche Formen, mit Rundungen oder mit Liegenheizungen möglich. Ursprünglich waren beim Kachelofen keine Sichtfenster vorhanden. Der Trend geht derzeit klar in Richtung Kachelöfen mit kleinem Sichtfenster.

Kamin und Kaminofen
Der offene Kamin ist wohl allen ein Begriff und vor allem im angloamerikanischen Raum verbreitet, da er in Film und Fernsehen oft Szenerie für einen romantischen Abend bietet und zum Aufhängen der Strümpfe für den Weihnachtsmann dient. Die offene Form ist kaum energieeffizient, da ein großer Teil der Wärme unmittelbar über den Schornstein entweicht.
Unter einem Kaminofen versteht man einen vorgefertigten Metallofen mit Glasscheibe. Kaminöfen können frei im Raum stehen und haben eine höhere Heizleistung als offene Kamine. Sie geben rasch Wärme ab, es muss aber häufig nachgelegt werden, um die Wärme zu erhalten. Sobald das Feuer erloschen ist, wird auch keine Wärme mehr abgegeben. Einige Modelle sind mit Specksteinen oder Kacheln versehen, die für geringfügig längere Wärmespeicher-Effekte sorgen, aber nicht im gleichen Maß wie bei einem Kachelofen. Das erklärt auch, warum ein vorgefertigter Metallofen günstiger ist als ein Kachelofen.


Der Kachelkamin
Ein Kachelkamin verbindet nun einige Elemente der vorher genannten Ofenarten. Der Kachel- oder Heizkamin wird wie der Kachelofen vom Hafner gesetzt und bietet ein sichtbares Feuer dank großer Glasscheibe. Das Sichtfenster kann sogar um die Ecke gehen. Der vorgefertigte Kamineinsatz besteht aus Metall, der Hafner verkleidet ihn individuell. Es besteht auch die Möglichkeit, die An­-
lage mit Nachheizzügen auszubauen. Das auf­-
fallende Feuererlebnis steht hier definitiv im Vordergrund.

Der Kombiofen
Der Kombiofen besteht ähnlich wie der Heizkamin aus einem vorgefertigten Einsatz, dem Heizeinsatz, welcher für größere Holzmengen geeignet ist, und keramischen Heizzügen, die vom Hafner aufgemauert werden. Der Kombiofen verfügt über einen größeren Wärmespeicher und gibt daher über mehrere Stunden die Wärme ab.

Kochen mit Kachelherd
Mit Holz kann man nicht nur Räume heizen, sondern auch ausgezeichnet kochen. Ein Speicherherd arbeitet nach dem gleichen Prinzip wie der Kachelofen: Er lädt seinen Wärmespeicher unter hohen Temperaturen in kurzer Zeit auf und gibt die Wärme an den Raum in einem längeren Zeitraum wieder ab. Kochen ist selbstverständlich sofort möglich. Ist die Sichtfläche des Herds vorwiegend mit Kacheln verkleidet, spricht man vom Kachelherd. Beim sogenannten Tischherd ist die Arbeitshöhe des Ofens gleichbleibend. Im Aufsatzherd sind zusätzliche Bauteile, wie ein Backrohr oder ein Wasserschiff, eingebaut, die über dem Niveau der Kochplatte liegen. Will man mit einem Herd auch einen weiteren Raum beheizen oder Warmwasser erzeugen, bietet sich ein Durchheizherd an.

Michael Kohlroser, Landesinnungsmeister der Hafner, Platten- und Fliesenleger und Keramiker
Michael Kohlroser, Landesinnungsmeister der Hafner, Platten- und Fliesenleger und Keramiker © (c) Foto Fischer