Der interimistische Leiter, Otto Kerbl, übernimmt nun auch die fixe Leitung des Bundesamts für Korruptionsbekämpfung (BAK). Eine entsprechende Meldung des "Kurier" bestätigte man im Innenministerium am Freitag der APA. Kerbl hatte bereits zwei Jahre lang das eigentlich vakante Amt technisch geleitet. Sein Vorgänger Andreas Wieselthaler hatte wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung, den er stets bestritt, gehen müssen.

Wahrscheinlich am 1. August soll Kerbl sein neues Amt antreten, hieß es aus dem Innenministerium. Bundespräsident Alexander Van der Bellen habe das Ernennungsdekret bereits unterschrieben. Zwei Bewerber hatte es für den BAK-Leiter gegeben, eine Bewerbung dürfte zurückgezogen worden sein. Kerbl bekam als einziger Kandidat laut "Kurier" die höchstmögliche Einstufung. Die Ausschreibung hatte im März dieses Jahres begonnen. Derzeit steht im BAK, das die Ermittlungen in der Ibiza-Causa übernommen hat, eine schon seit Längerem angekündigte Reform an.

Viel beschäftigter Jurist

Der gebürtige Linzer Kerbl ist 39 Jahre alt. Der studierte Rechtswissenschafter schloss ein Masterstudium in "Anti-Corruption Studies" an der Internationalen Antikorruptionsakademie (IACA) in Laxenburg ab. 2009 begann Kerbl seine Tätigkeit im Innenministerium, war dazwischen aber auch persönlicher Referent des einstigen ÖVP-Wirtschaftsministers Reinhold Mitterlehner. Im BAK begann er 2014, zuerst als Abteilungsleiter, bevor er im Juli 2020 die interimistische Führung übernahm.

Kerbl war erst letzte Woche Auskunftsperson im ÖVP-Korruptionsuntersuchungsausschuss. Viele Fragen der Abgeordneten konnte der interemistische Leiter damals aber nicht beantworten. Kerbl verteidigte vor allem Vorwürfe, im BAK habe die Zahl der Vollzeitäquivalente abgenommen. Das stimme zwar, für ihn zähle aber, dass gleichzeitig mehr Planstellen geschaffen wurden. Seine Befragung zeigte auch auf, dass vor allem Führungspositionen unterbesetzt waren. Kerbl führte etwa neben der Behörde selbst auch zwei Abteilungen.