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OberösterreichUmstrittener Künstler fix im Kulturbeirat der Landesregierung

Nach der Sitzung der oberösterreichischen Landesregierung Montagnachmittag in Linz ist es fix, dass der Andorfer Maler Odin Wiesinger für die FPÖ im Landeskulturbeirat sitzt. SPÖ-Landesrätin Birgit Gerstorfer und Grün-Landesrat Rudi Anschober stimmten zwar gegen dessen Ernennung, doch die Liste aller Kandidaten des neu zu bestellenden Beirates wurde mehrheitlich von ÖVP und FPÖ beschlossen.

Umstrittener Künstler wegen seiner Rechtslastigkeit: Odin Wiesinger, der Werke für "Info-Direkt" und "Aula" beisteuerte © APA (Archiv)
 

Mit Odin Wiesinger übernehme eine Person, die "in rechtsextremen Medien publiziert und immer wieder Nähe zu NS-Ideologien anklingen lässt, eine offizielle Funktion des Landes", bedauerte SPÖ-Landesrätin Birgit Gerstorfer. Sie hatte vor der Sitzung den Antrag gestellt, die Nominierung Wiesingers zurückzustellen. Auch die Grünen wollten in der Causa "nochmal einen Schritt zurückgehen". Insgesamt sitzen neun von der Politik bestimmte Personen in dem beratenden Gremium, das aus 25 Mitgliedern und 25 Ersatzmitgliedern besteht. Am 8. Juni beginnt die neue, vierjährige Funktionsperiode.

Auch wenn die Statuten des Landeskulturbeirats "ein eigenständiges Nominierungsrecht für alle im Landtag vertretenen Parteien" vorsehen und die ÖVP damit die Beschlussfassung begründete, hätte sich Gerstorfer im Vorfeld von Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) erwartet, dass er auf den Regierungspartner FPÖ einwirke. Sprich: Stelzer hätte sich dafür einsetzen sollen, dass die FPÖ von der Ernennung Wiesingers Abstand nehme, meinte die SPÖ-Landesparteichefin. "Es ist wirklich enttäuschend, dass die VP auch diese neuerliche Provokation der FPÖ nicht stoppt und damit auch einen Schaden für das Kulturland Oberösterreich hinnimmt. Wann ist endlich die Grenze erreicht?", kritisierte auch Anschober.

Der 1961 geborene Innviertler Maler und Bildhauer ist bei den Freiheitlichen ein gern gesehener Künstler. Er ist nicht nur mit Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ), sondern auch mit dem ehemaligen dritten Nationalratspräsidenten und ebenfalls schlagenden Burschenschafter Martin Graf befreundet. So haben einige von Wiesingers Werken - die er auch für das als rechtsextrem eingestufte und inzwischen eingestellte Blatt "Aula" malte - die Tradition der Studentenverbindungen zum Thema. Als Abschiedsgeschenk bekam Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) 2017 von seinem Stellvertreter Manfred Haimbuchner (FPÖ) einen Gutschein für ein Gemälde von dem strittigen Künstler überreicht.

Der Maler, der eigentlich Manfred mit Vornamen heißt, hat sich seinen "Couleurnamen" Odin (eine germanische Gottheit) von seiner Burschenschaft beibehalten. 2016 hatte er von "Info-Direkt" den Auftrag erhalten, für die aktuelle Ausgabe zu dem in Linz stattfindenden Kongress "Verteidiger Europas" das Titelbild zu gestalten. Sein Werk "Junger Verteidiger Europas" sollte laut dem Magazin bei dem rechten Treffen versteigert werden. Laut Wiesinger sei der Jüngling mit einem Holzschwert die bildhafte Darstellung des Sprichwortes: "Was du liebst, musst du verteidigen; und wäre deine Waffe aus Holz."

Kommentare (15)

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BernddasBrot
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Was kommt als nächstes ???

Küssel ins Innenministerium und Martin Sellner Generalsekretär.....

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Balrog206
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Odin

Hat wohl seine Rotzbremse nach Erdogan Vorbild 😂 wachsen lassen ! Oder doch nur die Ränder Zuwenig gekürzt 🤔

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schteirischprovessa
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Danke für den sachlichen politischen

Kommentar!

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hbratschi
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@balrog

was ist los mit dir? muss man sich sorgen machen? ich glaub fast, das ist der ersten kommentar von dir, den ich treffend UND humorvoll finde. auch wenn's nur bei ein ausrutscher gewesen sein sollte - respekt...

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mobile49
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Der selbsternannte "nordische Göttervater"

Na ja,wer`s nötig hat !!
Der eine benötigt ein Riesenauto,der andere einen "Riesennamen" ,damit er etwas darstellt.
Was sind das nur für "Männer" ??
Ach ja,Männer,die Frauen erniedrigen müssen um selbst besser dazustehen !
Ach ja,Männer,die über alles herziehen,was sie als Konkurrenz ansehen !
Ach ja,Männer,die gerne "richtige Männer" wären !
Bemitleidenswert,sehr bemitleidenswert,nur mehr bemitleidenswert !

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mapem
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Und übrigens:

Die FPÖ-Untersuchungskommission zur Rechtslastigkeit ihrer eigenen Partei schwört´s hoch und heilig … und bei Odin, dass alles in Ordnung und paletti ist … wer das nicht glaubt, ist wohl ein Thor …

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schteirischprovessa
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Bitte ein wenig aufpassen was du da so schreibst.

Eine FPÖ Kommission zur Rechtslastigkeit in der eigenen Partei hat es nie gegeben und wird es genausowenig geben wie eine zur Linkslastigkeit bei SPÖ und Grünen. Wäre ja auch ein Unsinn!

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Lodengrün
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Ja ja @provessa

und die Kommission leitet Wilhelm Brauneder von dem es ganz lustige Dinge zu erzählen gibt. Als Lektüre empfehle ich Profil: Im Sinn der Umerziehung: Die Welt des Wilhelm Brauneder

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wahlnuss
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Endlich einer, der so malt

wie man es versteht. Bei seinen Bildern braucht es keine lange Erklärungen, die sprechen für sich, für die FPÖ, die Burschenschafter und deren Kulturverständnis. Odin, der stramme Recke, bricht mit der Kunst der Moderne. Mit dem, was keiner versteht, mit dem, was jedes Kind malen kann. Er bricht mit dem, was in der Kunst grauslich und unverständlich ist. Seine Kunst gefällt, seine Kunst ist schön, seine Kunst ist heroisch und bodenständig, wie die Lederhose und das kleinkarierte Tüchlein. Er steht für eine Abstimmung für den Austritt aus der EU und er ist der Lieblingsmaler des Herrn Hofer. Aber dem ist halt auf die Frage nach der Kunst kein anderer eingefallen...

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wahlnuss
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Nachsatz

Von mir aus kann er malen, wie er will. Das Problem ist nur, dass über die blaue Schiene landesweit Menschen in höchste Entscheidungsgremien gehievt werden, die mit ihrer Qualifikation bei jedem Hearing chancenlos wären.

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Estarte
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HEARING

Das ist LEIDER bei ALLEN Parteien so üblich.
Hearings finden, wenn überhaupt offiziell, pro forma statt,der Sieger ist jedoch längst inoffiziell bekannt,weil gewollt, egal was er kann oder nicht kann, weiß oder nicht weiß......
Viele Menschen fällen Entscheidungen,sitzen in höchsten Ämtern, bekleiden Spitzenpositionen, mit einer Unterschrift, und wissen gar nicht, was sie unterschreiben.
Die Mehrheit hat es so beschlossen.
Eine Schande und ein Skandal für ein ""Kulturland""Österreich, was hier passiert.
Wenn mich nicht alles täuscht will Hofer sogar wieder/nochmals Bundespräsident werden......

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hbratschi
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die tägliche...

...grauslichkeit

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tintifax
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...und die tägliche...

...selbstentlarvung der ach so aufrechten ewiggestrigen im nicht so ganz tausendjährigen extrem rec.tsliegenden eck mit willfährigen türkisblauen helfershelfern. das war doch schon einmal ähnlich verwerflich mit katastrophalem ende.

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Mein Graz
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Odin Wiesinger

Ist das nicht der Künstler, der eine Frau als "hässliches und dummes Stück Fleisch" bezeichnete?
Der als Steinmetzzeichen eine der Odalrune sehr ähnliche Form gewählt hat?
Der sich von Manfred in Odin umbenannte?
Der für Info-Direkt und Aula Beiträge lieferte?

Dass er selbstverständlich Burschenschafter ist bräuchte man gar nicht mehr erwähnen.

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unterhundert
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ja, soooo issss

Dies sind einfach die hellsten Köpfer der FPÖler.

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