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MissbrauchSchönborn: Bezeichne mich selbst nicht als Opfer

Kardinal Christoph Schönborn rückt Berichterstattung über seine Aussage, dass ein Pfarrer ihn als Bub küssen wollte, zurecht. Die Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs, Beatrix Mayrhofer, kritisiert unterdessen den geringschätzigen Umgang mit Nonnen.

Schönborn: Bezeichne mich selbst nicht als Opfer
Schönborn: Bezeichne mich selbst nicht als Opfer © APA/BARBARA GINDL
 

Kardinal Christoph Schönborn zeigt sich unzufrieden mit der Berichterstattung über seine TV-Aussage, dass ein Pfarrer in seiner Jugend versucht habe, ihn zu küssen. "Manche Schlagzeilen haben so getan, als hätte ich mich als Missbrauchsopfer geoutet", das habe ihn "geärgert", sagte er in einem via Kathpress verbreiteten Statement auf der Homepage der Erzdiözese. Er habe eine "Episode als Illustration für den in den 50er-Jahren noch viel verkrampfteren Umgang mit der Sexualität erzählt", "ein von mir im Übrigen sehr geschätzter Priester hat mir verbal einen Kuss angetragen".

"Ich selber kann mich nicht als Opfer bezeichnen", betonte Schönborn. "Das Opfer bin nicht ich, sondern sind die vielen, denen wirklich Leid angetan wurde. Ihnen muss man zuhören, sie ernst nehmen." Was ihm damals passiert sei, "war sicher eine Grenzverletzung, und so etwas kann der Ausgangspunkt von Missbrauch sein", erklärte der Kardinal, "aber mich deswegen ein Opfer zu nennen, ist Sensationshascherei". Das sei den wirklichen Opfern gegenüber "ungerecht".

Ausbeutung von Nonnen

Vor dem Anti-Missbrauchsgipfel im Vatikan Ende Februar rücken unterdessen auch Nonnen als Opfer sexueller Gewalt in den Fokus. Die Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs (VFÖ), Beatrix Mayrhofer, beklagte im "Standard" (Freitagausgabe) psychische Gewalt, Erniedrigung, Ausbeutung und Abwertung von Ordensfrauen.

Papst Franziskus hatte am Dienstag sexuellen Missbrauch von Nonnen in der katholischen Kirche eingeräumt. "Das ist für uns leider eine bekannte Tatsache", sagte Mayrhofer. Sie sei dankbar dafür, dass der Papst dieses Thema nun so klar angesprochen habe, dadurch erhalte es "höchste Priorität". Ihr selbst sei kein strafrechtlich relevanter Fall sexueller Gewalt gegen Ordensfrauen innerhalb der 106 weiblichen Ordensgemeinschaften bekannt, meinte Mayrhofer. "Das heißt aber nicht, dass es nichts gibt."

Was es gebe, sei psychische Gewalt, Erniedrigung, Ausbeutung oder Abwertung, erklärte Mayrhofer. Auch sie selbst habe "den geringschätzigen Umgang mit Ordensfrauen" erlebt. Mittlerweile tue sich etwas, "wir treten selbstbewusster auf, fordern etwa einen gerechten Lohn ein". Angesetzt gehöre auch in der Priesterausbildung: "Viele erleben Ordensfrauen nur als Köchinnen oder etwa in der Kindergartenarbeit, nicht aber in Leitungspositionen.

 

Kommentare (7)

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georgXV
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???

die Aussagen des Kardinals zu den Vorgängen in Kärnten und jetzt zum Thema Missbrauch, verschlimmern LEIDER nur die Lage !!!
Es wäre wohl besser, wenn er sich ab sofort mit öffentlichen Aussagen zurückhält, denn er schafft es in einen Fettnapf nach dem anderen zu treten !!!
Da aber die Öffentlichkeit berechtigterweise von einem Kirchenoberhaupt Stellungnahmen zu aktuellen kirchlichen Themen erwartet und er offensichtlich in Kärnten NICHT seiner Aufsichts- und Kontrollpflicht nachgekommen ist, scheint er überfordert zu sein und es wäre besser, wenn auch er seinen Rücktritt einreicht !!!

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WernStein
0
1
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Das habe ich mir....

..auch gedacht. Er soll einfach den Mund halten! Das Fass läuft schon längst über und die Kleriker wollen noch immer alles in "Vertrauen auf Gott und Demut" unter den Altarteppich kehren.
Wie sagte einst ein Kleriker im ORF: "Die Kirche ist Hierarchie und nicht Demokratie." Also, haltet den Mund, betet und - vor allem - zahlt!
Zahlt für die Misswirtschaft, zahlt die Entschädigungen für die vielen Opfer, zahlt für die riesigen Besitzungen und die Bischöfin, zahlt für die Krens und Groers, zahlt, wenn ihr einen Gehalt habt, zahlt, wenn ihr in die Kirche geht, zahlt, wenn ihr geboren werdet, zahlt , wenn ihr sterbt.
Die Kirche braucht's halt, denn mit den Steuergeldern kommt sie nicht aus. Das heißt, sie würde schon auskommen, wenn sie sich auf ihre eigentlichen Aufgaben besinnen würde!
Sind wir nicht genau wieder dort, wo vor 2000 Jahren Jesus die Priester ob ihres sündigen Verhaltens und ihrer Geldgier verteufelt hat?

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gerbur
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Das sind echte "Steher"

Tausendfachen Missbrauch jahrzehntelang erfolgreich leugnen und vertuschen - da gehört viel dazu! Ich glaube, dass die Beteiligten dort braten werden wovor sie uns angeblich beschützen wollen.

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Mr.T
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Was will er uns damit sagen?


Uns und den Opfern...

Nur weil ein Pfarrer ein Kind küssen will... ist das Kind, nach der Logik des Hr. Kardinal Schönborn, noch lange kein Opfer!

Also liebe ehemalige missbrauchte Kinder... hört auf euren Oberhirten... schweigt weiter und seid nicht so zimperlich!

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wjs13
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Was in der kath. Kirche intern passiert,

berührt uns in keinster Weise.
Die, vor allem auch der Papst, sollen das Mauern beim millionenfachen Kindesmissbrauch aufgeben.

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gremsi
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Unterdrückung

Die Unterdrückung eines natürlichen Triebes kann wohl nur von Menschenhand erfunden werden. Denn der Schöpfer hat uns ja mit damit ausgestattet, damit wir uns fortpflanzen.
Wenn der Mensch Gefühle und Begierden unterdrücken muss, dann entstehen psychische Störungen.
Das sehen wir nun in der Kirche, wo das Zölibat herrscht.

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alsoalso
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weiss dieser Herr.....

…..noch was er sagt, oder war es nur ein Faschingsscherz?

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