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Heute beschlossenWas ist der Familienbonus und wem steht er zu?

Ab kommendem Jahr steht ein Absetzbetrag von bis zu 1.500 Euro pro Kind und Jahr zur Verfügung - sofern man zuvor genug Lohn- bzw. Einkommensteuer gezahlt hat.

© APA
 

Der Nationalrat beschließt heute, Mittwoch, den Familienbonus im Steuerrecht. Ab kommendem Jahr steht demnach ein Absetzbetrag von bis zu 1.500 Euro pro Kind und Jahr zur Verfügung: Nachfolgend die wichtigsten Fragen und Antworten zum Familienbonus.

Wie hoch ist der Bonus?

Der Familienbonus ist ein Absetzbetrag in der Höhe von 1.500 Euro pro Kind und Jahr bis zum 18. Lebensjahr des Kindes. Die Steuerlast reduziert sich dadurch um bis zu 1.500 Euro pro Jahr. Für Kinder ab 18 Jahren gibt es einen reduzierten Familienbonus von 500 Euro jährlich, wenn für dieses Kind Familienbeihilfe bezogen wird.

Laut Finanzministerium werden von der Maßnahme 950.000 Familien bzw. 1,6 Millionen Kinder profitieren. Das Volumen der Steuerentlastung beträgt demnach rund 1,5 Mrd. Euro im Jahr. Der parlamentarischen Budgetdiensts errechnete, dass der Familienbonus Haushalten mit Kindern durchschnittlich ein Einkommensplus von 611 Euro oder 2,4 Prozent pro Jahr bringt.

Was passiert mit dem Kinderfreibetrag?

Der Kinderfreibetrag und die steuerliche Abzugsfähigkeit der Kinderbetreuungskosten bis zum 10. Lebensjahr entfallen mit der Einführung des Familienbonus. Die Bundesregierung begründet dies unter anderem mit, dass das System des Familienbonus für die Bürger einfacher und unbürokratischer sei. Der Familienbonus habe darüber hinaus die fünffache Wirkung der beiden wegfallenden Maßnahmen.

Ab welchem Einkommen gibt's den Bonus?

  • Der Familienbonus kann ab einem Bruttoeinkommen von etwa 1.700 Euro bei einem Kind voll ausgeschöpft werden. Die Wirkung selbst beginnt laut Finanzministerium ab dem ersten Steuereuro. Das ist derzeit ab einem Einkommen von etwa 1.260 Euro der Fall. Eine Deckelung ist nicht vorgesehen.
  • Begrenzt ist der Familienbonus Plus nur durch die Höhe der eigenen Einkommensteuer und die absolute Höhe des Familienbonus von 1.500 Euro pro Kind und Jahr bis 18 Jahre sowie 500 Euro pro Kind und Jahr über 18 Jahre.
  • Wenn jemand bisher 3.000 Euro Lohnsteuer im Jahr bezahlt und zwei Kinder unter 18 Jahren hat, zahlt er künftig keine Einkommensteuer mehr und ist zu 100 Prozent von der Steuerlast befreit.

Wie wird der Bonus beantragt?

Dies geht wahlweise über die Lohnverrechnung 2019, also durch den Arbeitgeber, oder die Steuererklärung bzw. Arbeitnehmerveranlagung 2019 mit Auszahlung 2020. Bei der Abrechnung über die Lohnverrechnung muss der Familienbonus beim Arbeitgeber beantragt werden. Dieser Antrag ist frühestens ab Dezember 2018 möglich.

Wie erfolgt die Aufteilung unter Paaren?

  • Bei Ehepartnern bzw. Partnern kann der Familienbonus von einer Person voll bezogen (1.500 bzw. 500 Euro) oder auch aufgeteilt (750/750 bzw. 250/250 Euro) werden.
  • Bei getrennt lebenden Eltern kann entweder der Familienbeihilfenberechtigte den Bonus voll in Anspruch nehmen oder dieser wird so wie bei Partnern zwischen den getrennt lebenden Eltern aufgeteilt.
  • Während einer Übergangsfrist von drei Jahren ist für getrennt lebende Paare eine weitere Aufteilungsvariante vorgesehen. Wenn ein Elternteil neben dem Unterhalt bis zum 10. Lebensjahr des Kindes überwiegend für die Kinderbetreuung aufkommt und die Kinderbetreuungskosten mindestens 1.000 Euro betragen, erfolgt die Aufteilung im Verhältnis 1.350 zu 150 Euro (90 zu 10 Prozent).
  • Bezahlt der unterhaltsverpflichtete Partner keinen bzw. zu wenig Unterhalt, steht diesem kein bzw. nur ein reduzierter Familienbonus zu.

Wer hat keinen Anspruch?

  • Mindestsicherungsempfänger und Arbeitslose sind nicht steuerpflichtig, sie haben deshalb keinen Anspruch auf den Familienbonus.
  • Vom Familienbonus in der gesetzlich vorgesehenen Höhe profitieren zudem nur Familien mit Kindern im Inland. Für Kinder im EU/EWR-Raum oder der Schweiz wird der Familienbonus indexiert und an das Preisniveau des Wohnsitzstaates angepasst.
  • Für Kinder in Drittstaaten, also außerhalb des EU/EWR-Raumes oder der Schweiz, gibt es keinen Familienbonus.
  • Die gleichen Regeln gelten für den Alleinerzieherabsetzbetrag, den Alleinverdienerabsetzbetrag und den Unterhaltsabsetzbetrag.

Was  ist mit geringverdienenden Eltern?

  • Der Familienbonus reduziert die Steuerlast der betroffenen Eltern. Bei geringverdienenden Steuerzahlern entfällt die Steuerlast komplett, wenn sie niedriger ist als der Familienbonus.
  • Alle steuerzahlenden Alleinerzieherinnen und Alleinverdiener - insbesondere die geringverdienenden - erhalten eine Mindestentlastung von 250 Euro - der sogenannte Kindermehrbetrag - pro Kind und Jahr.
  • Wird mindestens 11 Monate (330 Tage) Arbeitslosengeld, Mindestsicherung oder eine Leistung aus der Grundversorgung bezogen, gibt es keinen Kindermehrbetrag.

Wie sieht die Kritik am Familienbonus aus?

SPÖ und Liste Pilz vermissen jegliche Verteilungsgerechtigkeit bei der Einführung des Familienbonus. Profitieren würden vor allem Familien, die ohnehin bereits gut verdienen und wohlhabend sind. Beide Parteien sehen in der Maßnahme eine Umverteilung von unten nach oben und lehnen das Gesetz ab.

Die SPÖ kritisiert darüber hinaus auch eine Benachteiligung von Frauen, weil der Familienbonus vor allem Vätern helfe und insbesondere Alleinerzieherinnen zur kurz kämen.

Die NEOS melden vor allem europarechtliche Bedenken gegen die parallel mit dem Bonus beschlossene Indexierung aller familienrelevanten Absetzbeträge an.

 

 

Kommentare (13)

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Irgendeiner
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Tja,stellma einmal ein paar dumme Fragen, so

auf Regierungsniveau.Warum fördern wir Familien,weil die zusammenziehen, ehelich oder unehelich, weil die Sex haben,erstes ist ohnehin eine Ersparnis und zweiteres können andere auch,das wär diskriminierend.Und bei allen Familiendiskussionen kommen dann immer die Kinder.Und hier gehts noch dazu um Kindergeld.Nun und wenns um Kinder geht,die die jetzt immer mehr im Hort sitzen müssen weil die Arbeitszeit naja, flexibel ist und ich mir um die Sorgen mache,weil vielleicht Schulhefte oder der Strom für das Licht zum Aufgabenmachen, ja sowas gibts,ein Problem werden oder ich nicht will daß die Winters mit Frostbeulen aufwachen, dann müßte ich die Mittel dort allozieren wo sie am meisten fehlen, ganz unten,weil wurst was ich von Mama und Papa halte der Zwerg nix dafür kann.Sehma das ? Nein. Sehma nicht.Worausma messerscharf schließen können, daß die Kinder denen völlig wurst sind,das Gros des Geldes geht nach oben, die mittleren kriegen noch was und unten bleibts finster und kalt.Aber verkauft wird das im neuen hochschäbigen Stil als sozialer Fortschritt,frech ist es auch noch.Diese Regierung macht Politik nur für die oberen 60 Prozent wobei die unteren vierzig Prozent davon auch noch bluten werden und die ganz unten sind abgeschrieben,gratuliere, meine kleinen Wertlosen,hättets halt in der Volkschule aufpassen müssen.

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X22
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Wenn ich das richtig verstehe, bekommt jemand der 1260€ Brutto bezieht

und 2 Kinder hat (oder eines, bei diesem niedrigen Bruttlohn ist es egal),
8,58 € im Monat?
Gibt es schon einen Rechner im Netz wo man dies berechnen lassen kann und den Unterschied zur jetzigen Regelung sieht, damit sich jeder Betroffene ein Bild davon machen kann, oder will man dies nicht um die Betroffenen vor vollendeten Tatsachen zu stellen, gehört so etwas nicht zum Bürgerservice des Staates für den Bürger.

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Butterkeks
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...

Auf der einen Seite sollen wir funktionieren wie eine Maschine, möglichst lange und möglichst schnell und möglichst ohne persönliche Interessen oder Lasten wie Familie arbeiten, andererseits werden hier Familien bevorzugt und Alleinstehender, welche es ohnehin schon schwerer haben ihr Leben zu finanzieren, gehen leer aus und dürfen diesen Bonus praktisch finanzieren. Danke liebe Regierung, da geht man als Alleinstehender viel lieber arbeiten...

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hofer246
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Denkfehler!

Der Bonus wird von Steuerzahlern finanziert. Wer keine Steuern zahlt, zahlt nix dazu...

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Butterkeks
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...

Das hab ich geschrieben? Alleinstehende Alleinverdiener finanzieren diesen Bonus zukünftig mit.

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UHBP
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Das hätte ich jetzt so von dieser Regierung nicht erwartet!

Eine türkische Familie mit 5 Kinder bekommt ab 2019 bis zu €7.500,- mehr im Jahr.
Eine alleinerziehende Österreicherin gerade mal €250,-

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smarty
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Meldung ist ein Schwachsinn

Das Beispiel mit der türkischen Familie ist zu ein Quatsch. Nur wer Steuer bezahlt hat, bekommt etwas zurück. Das ist auch richtig so! Wo kämen wir hin, Personen noch mehr Geld zu geben wenn diese keine Steuern bezahlen!

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X22
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Ja gebe ich dir Recht, nachdem ich den Post gelesen habe,

mich wundert es warum du ihn dann veröffentlichst Smarty.

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unterhundert
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Steuern lieber 'smarty'

zahlen in Österreich alle, beim Einkauf MWST, Getränkesteuer, usw, auch die Kleinverdiener, also Steuerbefreit. Den Familienbonus bekommt dieser Teil der Bevölkerung nicht, sehr wohl, auch groß Verdiener, Manager, ganz klar die Arbeitende Mittelschicht. Die Ärmsten fallen durch den Rost.

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cockpit
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wieso soll eine türkische Familie

keine Steuern zahlen; ich kenne genug, die arbeiten und ihren Obulus leisten!

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Balrog206
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Komisch

in Wien ist für größte Gruppe der Arbeitslosen Ausländer aus der türkischen Familie !
Tja arbeiten tun sie sich , aber großteils nur geringfügig oder schwarz in den Kebap Standeln vom Vater oder Onkel !

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Sakarst
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Das hätte ich jetzt so--

@UHBP: bitte lies einmal genau den Artikel:

...."Wer hat keinen Anspruch?

Mindestsicherungsempfänger und Arbeitslose sind nicht steuerpflichtig, sie haben deshalb keinen Anspruch auf den Familienbonus...."

Somit muss deine türkische Familie die österreichische Staatsbürgerschaft haben, bei uns Arbeiten und Steuern zahlen, dann ist sie dazu gleich berechtigt wie du.

Wenn du dich trotzdem vernachlässigt fühlst, leg dir auch 5 Kinder zu

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X22
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Da steht aber :

"Vom Familienbonus in der gesetzlich vorgesehenen Höhe profitieren zudem nur Familien mit Kindern im Inland."....wo steht da etwas von Staatsbürgerschaft , hast was überlesen oder nicht verstanden, Steuern müssen sie zahlen das stimmt auch, sie müssen aber nicht bei uns arbeiten, der Gehalt muss aber in Österreich abgerechnet werden.
Und was hat der andere Schwachsinn zu bedeuten, stellst mal so andeutungsweise für alle Türken, weil‘s dir so gefällt, sie gleich als Arbeitslose und Mindestsicherungsempfänger hin.
Das du anderen empfiehlst solltest lieber selber mal probieren

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