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PorträtKarl Nehammer - Vom Wahlfolder-Verteiler zum Generalsekretär

Mit 14 war er schon im Wahlkampf für Alois Mock aktiv. Zuletzt amtierte er als Generalsekretär bei der ÖVP-Teilorganisation ÖAAB.

INTERVIEW MIT OeVP-GENERALSEKRETAeR NEHAMMER
Karl Nehammer © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Bürgerlich, liberal und christlich-sozial - so beschreibt sich der neue ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer. Mitbekommen hat der 45-Jährige dieses Wertesystem bereits im Elternhaus. Dort, in Wien-Meidling, wo Jahre später auch ÖVP-Chef Sebastian Kurz aufwachsen sollte, waren ÖVP-Granden wie Julius Raab, Leopold Figl, Leopold Kunschak oder Alois Mock zu Gast, um mit den Nehammers zu politisieren.

Nehammer junior war damit früh geprägt. Mit 14 Jahren nahm er 1986 erstmals aktiv an einem Wahlkampf teil und verteilte Folder für den damaligen ÖVP-Chef Mock, der am amtierenden Bundeskanzler und SPÖ-Chef Franz Vranitzky zerbrach. 2017 zog Nehammer mit Werbematerial der inzwischen türkis gebrandeten und "neuen Volkspartei" abermals durch Wien, absolvierte Hausbesuche und hängte Plakate in Schaufenstern auf. Auf Platz drei der Wiener Landesliste nominiert, kam er nach dem Wahlsieg von Sebastian Kurz für die ÖVP in den Nationalrat. Von dort erklimmt Nehammer nun die nächste Sprosse seiner politischen Karriereleiter und wird ÖVP-Generalsekretär. "Die schönste Aufgabe, die ich mir wünschen kann. Das Herz hat sofort Ja gesagt.."

Früher einmal Berufssoldat

Nehammer wurde am 18. Oktober 1972 in Wien geboren. Nach der Matura rückte er als Einjährig-Freiwilliger beim Bundesheer ein und war danach einige Jahre Berufssoldat. Die Wehrpolitik blieb ein Steckenpferd. Bei den jüngsten Regierungsgesprächen zwischen ÖVP und FPÖ verhandelte der Oberleutnant der Miliz das Kapitel Landesverteidigung mit.

Nach seiner Zeit beim Bundesheer arbeitete Nehammer als Trainer für strategische Kommunikation. 2007 landete er erstmals in der ÖVP-Zentrale in der Wiener Lichtenfelsgasse und half beim Aufbau der Freiwilligen-Mobilisierung mit. Danach war er für die Politische Akademie der ÖVP tätig. Nächste Station war die ÖVP-Niederösterreich, wo Nehammer als "Abteilungsleiter Kommunal" ÖVP-Bürgermeister und -Gemeindeparteien beriet und die Gemeinderatswahlen für die gelb-blauen Schwarzen mitkoordinierte. Daneben studierte er beim Politologen Peter Filzmaier an der Universität Krems Politische Kommunikation.

Wahlkampf für Khol

Von Niederösterreich holte ihn der heutige ÖAAB-Chef und ÖVP-Klubobmann August Wöginger in den Arbeitnehmerbund der ÖVP. 2015 wurde Nehammer Generalsekretär-Stellvertreter und Bundesorganisationsreferent des Österreichischen Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbundes, 2016 folgte er Wöginger als Generalsekretär der ÖVP-Teilorganisation. Im Bundespräsidentschaftswahlkampf 2016 sprang er kurzfristig auch als einer der Wahlkampfmanager für den ÖVP-Kandidaten Andreas Khol ein. Seine Funktion im ÖAAB wird der Bezirksparteiobmann der ÖVP Wien-Hietzing nach dem Wechsel in die Parteizentrale abgeben.

Bei der Nationalratswahl kandidierte Nehammer für den Landeswahlkreis Wien und zog dank Kurz ins Parlament ein. Im ÖVP-Klub wurde er zu einem von sieben Klubobmann-Stellvertretern gewählt. Im Nationalrat nahm der neue ÖVP-General bei den ersten Sitzungen hinter Parteichef Sebastian Kurz und neben Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) Platz. Im Regierungsprogramm von ÖVP und FPÖ sah er nach der Regierungserklärung im Hohen Haus deutliche Anstrengungen dafür, dass sich künftig Leistung wieder lohnen wird.

Nehammer hat zwei Kinder und ist mit Katharina Nehammer verheiratet, die in den vergangenen Jahren als Sprecherin und Kabinettsmitglied von Ex-Innenminister Sobotka tätig war und erst vor kurzem mit Sobotka ins Parlament gewechselt ist.

Kommentare (1)

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Irgendeiner
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Lesenswert?

Bürgerlich, Herr Nehammer

bei einem der ein Strategiepapierl hat und vorgibt keine Ambitionen dazu zu haben,christlich-sozial, bei einem Routenschließer der keinen Tau von den Menschenrechten hat und frech und unbewiesen behauptet, NGOs hätten geschleppt, liberal, Herr Nehammer, wissen sie überhaupt was das ist, jemals Mill gelesen,nein, klingt aber gut,nicht.Einreihen, und der nächste.

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