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Rechnungshof legt Luxusleben der Nationalbanker offen

Laut Bericht lagern 82 Prozent des Goldes in London. Luxuspensionen belasten die Bilanz. Hohe Zuschüsse mindern Ausschüttungen an Republik.

Österreichische Nationalbank
Österreichische Nationalbank © EXPA / Michael Gruber
 

Der Rechnungshof (RH) hat zu einem Rundumschlag gegen die österreichische Nationalbank OeNB ausgeholt. In dem am Dienstag dem Nationalrat vorgelegten Bericht wird einerseits die Goldlagerung in London zerpflückt, andererseits geht es um die Pensionen und Privilegien der OeNB-Mitarbeiter. Auch die Vergabe von Forschungsgeldern aus dem Jubiläumsfonds wird wegen hohen Kosten kritisiert.

Die Nationalbank bunkerte mit Stand Ende 2013 rund 82 Prozent ihrer physischen Goldreserven in einer Lagerstelle in England. Nach Ansicht der RH-Prüfer war die Nationalbank dadurch einem "hohen Konzentrationsrisiko ausgesetzt", weiters werden der Goldlagerstellenvertrag und fehlende Kontrollen bekrittelt: "Die zwischen den Jahren 2009 und 2013 geltenden Vereinbarungen mit ausländischen Lagerstellen über die Verwahrung der Goldbestände der OeNB im Hinblick auf Regelungen betreffend die Sicherstellung der Werthaltigkeit und Existenz der Goldbestände waren in wesentlichen Teilen mangelhaft und unzureichend."

280 Tonnen

Die Goldreserven der OeNB betragen 280 Tonnen und hatten per 31. Dezember 2013 einen Marktwert von 7,8 Mrd. Euro. Von den 280 Tonnen sind 218 Tonnen physisch als Goldbarren gelagert.

Der Rechnungshof weist darauf hin, dass die Goldbestände in der englischen Lagerstelle - der "Bank of England" - von 2009 bis 2013 von 75 auf 178 Tonnen Feingold gestiegen sind. Die OeNB setzte sich damit auch im Vergleich mit vier anderen europäischen Zentralbanken einem erhöhten Konzentrationsrisiko aus, heißt es in dem Bericht. Im Jänner 2014 lagerte die OeNB zwar 14,3 Tonnen bei einem Schweizer Institut ein, aber dieser neue Vertragspartner nutze die gleiche englische Lagerstelle wie die OeNB selbst, bemängeln die Prüfer, die ein längerfristiges Konzept vermissen. Laut RH führte die OeNB die 2014 begonnenen Evaluierungen zur Lagerung von Gold in Österreich nicht weiter, weil Wien kein Handelsplatz für große Goldmengen sei.

Laut RH reißen die stattlichen Pensionen der Notenbanker ein Loch in die OeNB-Bilanz. Die Pensionsreserve habe Ende 2013 eine Deckungslücke von 39 Mio. Euro aufgewiesen, die wegen der niedrigen Zinsen noch deutlich größer werden könnte. Die Rede ist von bis zu 133 weiteren Millionen bis 2016. Zwischen 2009 und 2013 musste die OeNB in Summe 215,9 Mio. Euro für die Pensionen zuschießen, was die Gewinne - und somit die Ausschüttungen an die Republik Österreich - minderte. Die Erträge aus der Veranlagung der Pensionsreserve reichten wegen des Zinstiefs meist nicht aus.

Den OeNB-Mitarbeiter stehen trotz eines durchschnittlichen Bruttoeinkommens von 98.400 Euro jährlich eine Vielzahl von Sozialleistungen zu. Diese Privilegien - großteils geregelt in der Betriebsvereinbarung "BV Wohlfahrt" - verursachen laut RH Kosten von rund 13 Mio. Euro im Jahr. Die Sozialleistungen umfassen neben Sport- und Freizeitangeboten sowie einem medizinischen Betriebsambulatorium auch Zuschüsse, unter anderem für Urlaubsquartiere, private Krankenversicherungen und Kinderbetreuungskosten. Dazu kommen millionenschwere Zulagen für Haushalt, Familie und Kinder sowie außerordentliche Vorrückungen, zeigt der Bericht auf.

Privilegien

Weiters stellte die OeNB ihren Mitarbeitern und Pensionisten Wohnungen zur Verfügung. Der RH errechnete von 2009 bis 2013 eine Differenz von 4 Mio. Euro zu marktüblichen Mieten. Die Prüfer kritisieren, dass die Nationalbank keinen Sachbezug berücksichtigt, obwohl selbst das OeNB-Direktorium die Konditionen als überaus günstig bezeichnet habe. Neben den hohen Kosten für die Privilegien bekrittelt der RH, dass viele Leistungen "ohne Bedachtnahme auf soziale Kriterien und ohne soziale Staffelung" vergeben würden.

Bei der Vergabe von Forschungsgeldern aus dem Jubiläumsfonds der OeNB kritisiert der RH die bis zu dreimal so hohen Kosten bei der Abwicklung im Vergleich mit anderen Forschungsförderungseinrichtungen. Zwischen 2009 und 2013 wurden Forschungsprojekte mit 46,7 Mio. Euro gefördert, laut RH aber ohne Strategie und ohne konkreten, messbaren Zielen.

Kommentare (72)

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55765b9aa26c59d8cbb92401c2629a4
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da...

sieht man die eigentlichen steuerverschwender.......die wir bezahlen!!

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helmutmayr
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Diesem Land fehlt

jegliche Hygiene. Es ist politisch verfilzt,verlaust und abgesandelt.
Ein veraltetes und nicht zeitgemäßes Parteiensystem hat uns so weit gebracht. Parteien und Parteipolitik sind so unattraktiv geworden, dass sich dorten keine fähigen Menschen mehr berufen fühlen. Die 2. und 3. Führungsganitur werkt und wirkt, vielleicht auch fleißig, aber eben nicht wirkungsvoll. Bei wichtigen Entscheidungen wird nie die Frage gestellt: Was ist richtig ? Sondern was nützt mir, meiner Klientel und was der Partei.

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Digitaluser
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Die faulste Ausrede der OeNB

Also dass man das meiste des österreichischen Währungsgoldes noch immer in London gebunket hat, weil man dort so viel schneller verkaufen kann - für wie blöd halten die Nowotnys & Co die Menschen in unserem Land? Wie viel Gold wurde davon bisher und pro Jahr ver- und gekauft?

Die zweite und noch viel wichtigere Frage ist, wann wurde in London und auch in New York körperlich durch die österreichischen "Währungshüter" geprüft, ob dieses Gold nicht nur auf dem Papier oder auch tatsächlich körperlich (noch) dort ist. In New York wurden zuletzt körperlich im Jahre 1965, nachdem die Franzosen dort ihr Gold heim geholt hatten, die Bestände international nachgeprüft.

Oder gibt es sogar noch aus der Besatzugszeit bzw. in irgend einem Nebenabkommen zum Staatsvertrag á la Wr. Memorandum eine Verpflichtung Österreichs, sein Währungsgold nahezu auschließlich bei den beiden Ex-Siegermächten zu halten?

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Digitaluser
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Nur zur Information

Was angesichts der US-amerikansichen Vertragskultur vor allem zu berücksichtigen ist, ist, dass der US-Präsident durch eine einfache "Executive Order" - entspricht bei uns einer einfachen Verordnung - jederzeit "unsere" Goldbestände enteignen, äh, auch auf ewig in Beschlag nehmen, kann!

Das ist keine "Verschwörungstheorie" sondern geschah bereits wiederholt und etwa im Falle des Iran seit 1979 bis heute. Einen Grund finden, wie bei allen Embargomaßnahmen auch, die US-Regierungen je nach innenpolitischem Bedarf immer dazu.

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Frieling
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Unglaublich..............

Diese feinen Herrenverdienen ein Schweinegeld, und haben noch jede Menge Privilegien............die kriegen ALLE den Hals nicht voll genug.......Reich Reicher und am Reichsten......und immer mehr Menschen, die jeden Cent dreimal umdrehen müssen, bevor sie ihn ausgeben können..........die heut nicht wissen, ob sie Morgen noch satt werden, oder schon auf der Straße landen, weil das Geld hinten und vorn nicht reicht

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globali
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Ich kanns schon nicht mehr lesen

Der Rechnungshof deckt eine unnötige Verschwendung nach der anderen auf. Drei nationale Wetterdienste, Mehrfachförderungen von Bestverdienern ohne Ende, ... Heinz Fischer verdient mehr als Angela Merkel, David Cameron, mehr als das Doppelte von Francois Hollande, etc. Auch Faymann liegt über Merkel, Cameron und etlichen anderen.
Gleichzeitig sitzen diese Leute zusammen und überlegen wie sie uns möglichst unbemerkt das Geld aus der linken Hosentasche ziehen können, um es im Namen einer sogenannten Steuerreform uns wieder in die rechte Hosentasche zu schieben. Eine einzige Schande!

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gintonicmiteis
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Die Armen werden gegen die noch Ärmeren (z.B. Mindestlohnempfänger und Asylanten) aufgehetzt...

während die Reichen da oben sich einen Ast ablachen und die Taschen voll Geld stecken... wir sind schon verdammt dämlich, dass wir uns das gefallen lassen.

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CIAO
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Nochmal muss ich dazu was schreiben

wie ich vorhin schon gemeint habe, haben die linken ORF Journalisten bei der heutigen ZIB2 davon gerade mal berichtet. Würden den Unfug andere Richtungen machen, da gäbe es bestimmt Sonderberichte, Sondersendungen und was noch alles...
Egal welche politsche Richtung. Journalisten haben zu berichten und nicht zu richten. Was glauben den die, was sie sind

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serge41
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SPÖ und ÖVP


Angestellte!

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Sand2
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Imperiale Pracht der imperialen Bank

So was ist nur möglich mit unserem einzigartigen imperialen Amtsgeheimnis. Wir wollen es nicht glauben, dass wir über den Tisch gezogen werden. Weil uns das imperiale Regime, unsere Regierung, und alle Bundespolitiker stets erzählen, dass wir überglücklichen es nicht nur gut sondern am besten von allen haben. Dank unseres imperialen Regimes! Dank unserer Dummheit!

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eeg
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Warum lassen sich die Österreicher alles gefallen?

Ich bin neugierig, wann sich die Österreicher gegen diese Seilschaften und deren Machenschaften auflehnen. Es gäbe so viel zu reformieren aber unsere Politiker denken ausschließlich immer nur nach, welche neuen Steuern man einführen könnte. Österreich hat in der EU die höchste Steuerbelastung und trotzdem wachsen die Schulden immer noch weiter. Muss erst wieder ein kleiner Hitler kommen, der dann mehr kaputt macht als er Probleme löst? Wir hätten es in der Hand unseren Willen deutlich zu artikulieren - natürlich auf zivilisierte und demokratische Weise, aber mit Nachdruck. Ich wäre dabei.

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Digitaluser
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@eeg

Gemach, gemach! In "Österreich" wird sich niemals etwas Ernsthaftes gegen die landesweit umgehenden Privilegienstadel rühren - außer der landeskulturellen Motzerei. Weil all zu viele selbst in den unterschiedlichsten Privilegienstadel arbeiten oder irgend wie von "Privilegien" gegenüber "Anderen" ihren Nutzen ziehen.

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eeg
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@Digitaluser

Das ist schon richtig. Wie die griechische Bevölkerung sind auch wir durch viele kleine bis größere Privilegien korrumpiert. Nur, wollen wir so lange warten, bis auch Österreich auf der Intensivstation der EU mit der Troika als giftige Medizin gelandet ist? Unser Ächzen und stöhnen wird mindestens so laut sein wie das der Griechen. "Gemach, gemach!" war bisher. Die Schulden steigen und damit die Wahrscheinlichkeit für das Ende mit Schrecken. Je länger es dauert bis zu diesem Zeitpunkt, desto schmerzhafter die Konsequenzen.

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Lange soll's nicht mehr dauern...,

...bis die Österreicher nicht nur schimpfen, sondern auf die Straße gehen, um gegen diese Zustände massiv zu protestieren. So viel Negatives wie jetzt hat es in unserem Land schon lange nicht mehr gegeben!

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serge41
3
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gegeben schon immer

nur konnte es immer vertuscht werden. ORF war ja immer schon unabhängig!

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Das alles gehört auch unserer Jugend gesagt, damit sie wissen für wen sie arbeiten und Steuern zahlen.

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Da brauchen wir gar nicht...

...auf die Griechen schimpfen! Diese ÖNB-Gehälter muss einem einfachen Arbeiter in Österreich einmal erklären...

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Digitaluser
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Nun ja

Dass aber von den hohen Gehältern, ganz im Gegensatz zu deinen Griechen, etwa die Hälfte eh sofort an Steuern abgezogen und weg geht gehört dazu gesagt.

Aber es regt sich darüber halt so viel schöner auf als darum, warum noch immer der österreichische "Goldschatz" zu fast 90 Prozent in London und New York liegt - bzw dort (zumindest nach dem Papier nach - liegen soll....

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"Not distressed"

Für was genau brauchen wir eigentlich diese Totalversager in der Nationalbank (Hypo!)? Warum lagert man das Gold in einem Land, das Österreich unverhohlen droht (Atomkraftwerk Hinkley Point)?

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damit es der Konkursler nicht stehlen kann.

sein Idol hat es 1938 auch so gemacht.
die deutschen haben uns Braunschweiger gebracht und dafür unser Gold und Devisen
nach Deutschland verschoben.

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kaboni
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ja nichts wegnehmen

sonst verlassen sie Österreich.

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ba4ce078b195e48cb7441619285bd551
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Ein dichter Filz

querbeet angefangen von den diversen Kammern, Sozialversicherungen, Bundesrat und Landesparlamenten belastet jeden Österreicher völlig unangemessen, egal ob Arbeiter, Angestellter oder Selbstständiger. Warum das immer noch funktioniert? Weil die Nutznießer es geschickt verstehen die Interessensgruppen gegeneinander auszuspielen. Griechenlands Verwaltungsapparat hat ganz ähnliche Strukturen.

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ulrichsberg2
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Bei der Hypo versagt - die Politiker geschont und dafür unverschämt belohnt.

Für dieses Versagen, sollten diese Herrschaften das zuviel bezahlte Geld sofort zurückzahlen.
Aber das kostet denen doch nur einen Lacher.

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OmicronIII
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So lange der DUMME ÖSI IMMER wieder ROT - SCHWARZ wählt

Haben die Gangsterparteien auch keinen Grund dies zu ändern.

Aber dass ist halt ein bisserl viel verlangt vom ÖSI,.
Oh Felix Austria..........

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kaboni
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@OmicronII

den Banken sind die Regierungsfarben egal.
Verbreite keinen Unsinn.

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OmicronIII
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@ kaboni

Und des bei der Nationalbank.......
Unsinn?

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