Vier Tage vor der EU-Wahl nimmt die ÖVP ein weiteres Mal die FPÖ ins Visier. In einem am Dienstag veröffentlichten Offenen Brief fordert ÖVP-Spitzenkandidat Reinhold Lopatka den „Sehr geehrten Herrn Vilimsky“ auf, sich „endgültig vom Öxit“ zu verabschieden. Dem FPÖ-Spitzenkandidaten wirft er vor, ständig mit dem Austritt aus der Europäischen Union zu kokettieren und damit den Wohlstand in Gefahr zu bringen. Neben einer Abkehr vom Öxit und einem Bekenntnis zur EU-Mitgliedschaft Österreichs wird Vilimsky außerdem aufgefordert, „die Komplizenschaft mit Putins autoritärem Regime“ zu beenden, russischen Einflussversuchen zu widerstehen und „die Abwertung der Europäischen Institutionen“ zu stoppen. Das EU-Parlament als „Irrenhaus“ zu beschimpfen, sei eines Spitzenkandidaten nicht würdig, so Lopatka.

Die Antwort Vilimsky, ebenfalls als Offener Brief und mit der Anrede „Werter Herr Lopatka“ adressiert, ließ nicht allzu lange auf sich warten. Wenig überraschend lehnte der FPÖ-Politiker einen „Blanko-Scheck“ zugunsten einer EU-Mitgliedschaft Österreichs ab: „Brauchen wir wirklich eine EU, die in immer mehr Lebensbereiche eingreift? 60.000 EU-Beamte, 30.000 Lobbyisten, 27 EU-Kommissare, die kaum wer kennt, 720 Abgeordnete und damit ein Parlament, das doppelt so groß ist wie das der USA? Ich sage nein: Eine schlanke EU, die sich auf die ursprünglichen Ziele europäischer Kooperation konzentriert: Frieden, Freiheit und Wohlstand für möglichst alle Bürger dieses Kontinents!“

FPÖ-EU-Spitzenkandidat Harald Vilimsky
FPÖ-EU-Spitzenkandidat Harald Vilimsky © APA / Georg Hochmuth

Zum Schluss spricht Vilimsky noch ein Angebot aus: „Bevor Sie weiter herumlaufen und sagen, mit wem Sie aller nicht zusammenarbeiten wollen, wäre es doch besser, Größe als Parlamentarier zu zeigen und Gemeinsamkeiten zu suchen. Gut möglich, dass dies in vielen Bereichen nicht gehen mag, aber Politik ist auch das Bohren harter Bretter. Meine Bereitschaft dafür ist da.“