Im Konflikt mit dem Iran ist es das erklärte Ziel Israels, das iranische Raketen- und Atomprogramm zu zerstören. Zu Verhandlungen ist das Land nicht bereit. Für Diplomatie sei es noch zu früh, sagte der israelische UN-Botschafter Danny Danon in New York. „Wir müssen den Job zu Ende bringen. Wir müssen die Terrormaschine zerschlagen.“

Diplomatischer klingt hier der israelische Botschafter in Österreich, David Roet, in der ZiB 2 bei Marie-Claire Zimmermann, der das Kriegsziel Israels mit der Verhinderung des Atomprogramms des Irans sieht. „Wir können keinen nuklearen Iran dulden. Iran darf nicht weiter atomar aufrüsten“, sagt Roet. Weiters sieht er das Ziel in der Entwaffnung des Iran. Ein Regimewechsel sei jedoch kein Kriegsziel.

„Keine Feindseligkeiten gegen das iranische Volk“

„Das iranische Volk muss sein eigenes Schicksal bestimmen. Wir haben keine Feindseligkeiten gegen das iranische Volk. Sie sollen ihre nächste Führung bestimmen“, sagt der Botschafter. Gleichzeitig wird im Iran auch die Zivilbevölkerung von den Angriffen getroffen. Der Rote Halbmond spricht von mehr als 100 zivilen Zielen im Iran, wie zum Beispiel eine Mädchenschule. Diese Anschuldigungen nehme man „sehr ernst“, so Roet und er fügt hinzu, dass man sehr viel Wert darauf lege, Zivilisten vor Angriffen zu warnen bzw. generell nicht zu treffen.

Den Zeitpunkt des Angriffs begründet der Botschafter mit der Arbeit des Iran an einem Atomprogramm. „Wir mussten jetzt eingreifen. Wir wussten von den Plänen“, so Roet. Der Iran soll im Hintergrund an seinen atomaren Fähigkeiten weitergebaut haben.

„Was wird sie davon abhalten, Österreich anzugreifen?“

Angesprochen auf die Kritik von Völkerrechtsexperten, dass der Angriff Israels völkerrechtswidrig sei, sagt Roet, dass es eine laufende Aggression des Iran gegenüber Israel gebe. Diese begann laut Roet schon im Jahr 1992, als die israelische Botschaft in Argentinien zerstört wurde. Und diese Aggression berechtige Israel den Iran anzugreifen, so Roet.

Die Angriffe Israels und der USA führten zu einem Rundumschlag des Iran – vor allem gegen die Nachbarstaaten. Hat man eine Tür aufgemacht, die man nicht so schnell geschlossen bekommt? „Wenn Flughäfen oder zivile Gebäude angegriffen werden, ist das indiskutabel. Man versucht uns unter Druck zu setzen“, sagt Roet. Für den Botschafter stellt sich jedoch die Frage, was man tun würde, wenn der Iran atomare Fähigkeiten hat: „Was wird sie davon abhalten, eine Rakete nach Österreich abzufeuern, nur weil ihnen die Politik nicht passt?“