Social, aber nicht sozial Papst redet der Jugend ins Gewissen

"Viele Menschen sind heute sehr 'social', aber wenig sozial: in sich selbst verschlossen, Gefangene des Handys in ihrer Hand", klagte der Pontifex zum Abschluss seiner Griechenland-Reise.

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Papst Franziskus beim Abflug in Griechenland © AFP
 

Bei seinem letzten Termin in Griechenland hat Papst Franziskus der Jugend ins Gewissen geredet. Sie sollten sich nicht mit der Veröffentlichung "von ein paar Posts oder Tweets" oder virtuellen Begegnungen zufriedengeben, sondern reale Begegnungen suchen, anderen dienen, mahnte Franziskus laut Kathpress am Montag vor Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der St.-Dionysius-Schule in Athen.

"Viele Menschen sind heute sehr 'social', aber wenig sozial: in sich selbst verschlossen, Gefangene des Handys in ihrer Hand", klagte der Pontifex. Der Bildschirm werde leicht zu einem Spiegel, in dem man glaube, der Welt gegenüberzustehen, im wirklichen Leben sei man aber allein "in einer virtuellen Welt voller Äußerlichkeiten, voller Fotos, die so bearbeitet sind, dass man immer gut und fit darauf aussieht", sagte Franziskus. Zugleich prangerte er den "Kult des Wohlbefindens" und "falsche Bedürfnisse des Konsums" an.

Es sei schwer, aus der eigenen Komfortzone herauszukommen, aber die Jugendlichen sollten herausgehen und gemeinsam das wahre Leben leben. "Anstatt den Tag vor dem Spiegel zu beginnen, warum öffnest du nicht einfach das Fenster deines Zimmers und genießt all die Schönheit, die du siehst?" Denn der Blick in den Spiegel könne auch entmutigen, da man sich vielleicht nicht so sehe, wie man es gerne hätte und sich auf das konzentriere, was einem nicht gefalle.

"Habt große Träume!"

"Lasst euch nicht von Ängsten lähmen, habt große Träume!", appellierte der 84-Jährige an die jungen Teilnehmer. Vor Gott seien alle stets geliebte Kinder, kleine Wunder. Gott vergebe immer. Dabei seien Zweifel durchaus berechtigt, sie seien "Vitamine des Glaubens". Bei guten, herausfordernden Entscheidungen gehe es immer auch um andere, nicht nur um sich selbst, betonte Franziskus. "Habt den Mut der Hoffnung."

Montagfrüh empfing der Papst noch den griechischen Parlamentspräsidenten Konstantinos Tasoulas in der Apostolischen Nuntiatur in Athen. Nach dem Treffen mit den jungen Erwachsenen brach der Papst zum Flughafen auf. Um 11.00 Uhr MEZ hob der Airbus der griechischen Fluggesellschaft Aegean mit der päpstlichen Reisedelegation an Bord Richtung Rom ab. Am Montag ging damit die 35. Auslandsreise des Heiligen Vaters, die ihn seit Donnerstag zunächst nach Zypern und dann nach Griechenland führte, zu Ende.

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derdrittevonlinks
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Tja, ...

.... quasi, vieles zeugt von gläsener Zerbrechlichkeit, mit Rückblick auf dieses Jahr.