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Platz für MigrantenInitiative "Courage" zeigt 3188 sichere Plätze in Österreich

Die von Schauspielerin Katharina Stemberger mitbegründete Initiative "Courage - Mut zur Menschlichkeit" fordert ein Ende des "Aber"-Sagens der Regierung.

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Bewohner des Camps von Kara Tepe nach den heftigen Regenfällen
Bewohner des Camps von Kara Tepe nach den heftigen Regenfällen © Manoulis Lagutaris/AFP
 

Seine Bilder zeigen Tag für Tag das wahre Leben in den Camps von Kara Tepe, nördlich der Stadt Mytilini auf der griechischen Insel Lesbos. Yousif Al Shewaili ist ein junger Fotograf aus dem Irak und selbst Geflüchteter. Knapp 11.000 Menschen folgen seinem Profil auf der Plattform Instagram, auf der er regelmäßig eindrucksvolle und oft bedrückende Fotos und Videos direkt aus den Flüchtlingslagern teilt.

Man könne zwar nicht alle retten, aber an jenen Orten, wo sich Menschen bereit erklärt haben, Familien und Kinder aufzunehmen, sollte man das tun, erklärt Klaus Schwertner, geschäftsführender Direktor der Caritas Erzdiözese Wien, im Interview mit der Kleinen Zeitung.

Viele helfende Hände

Genau diese Orte in Österreich soll nun die „Landkarte der sicheren Plätze“ aufzeigen. Diese wurde von der Initiative „Courage – Mut zur Menschlichkeit“ gezeichnet und zeigt, Stand 15. Oktober, 3188 Plätze  in ganz Österreich, an denen Kinder, Jugendliche oder ganze Familien aufgenommen werden könnten. Es handle sich nicht um einen bloßen Schlafplatz, sondern um nachhaltige und umfassende Angebote. Wichtig sei vor allem, dass solche Orte den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen und passende Infrastruktur, wie etwa Kindergärten, Schulen oder Deutschkurse, vorhanden sind. Die Karte soll regelmäßig aktualisiert und erweitert werden, wie einer Aussendung der Initiative zu entnehmen ist.

Die Bereitschaft zur Hilfeleistung sei groß. Allein bei der Initiative „Courage“ hätten sich in den letzten Wochen über 500 aktive Helfer und mehr als 2500 Unterstützer gemeldet. Welche Organisationen, Kommunen oder Haushalte konkret bereit wären, Migranten aufzunehmen, ist der Karte nicht zu entnehmen. Dies liege daran, dass man eine mögliche direkte Zuordnung verhindern möchte. Es bestehe die Gefahr, dass das Innenministerium die Vielzahl an privaten Hilfsofferten als Vorwand nehmen könnte, um sich weiter der politischen Verantwortung zu entledigen. Schauspielerin Katharina Stemberger nannte das im Ö1 Morgen Journal den "Nehammer-Effekt".

Prominente Unterstützung

Stemberger war an der Gründung der Initiative „Courage“ maßgeblich beteiligt und setzt sich federführend für einen menschlicheren Umgang mit den geflüchteten Menschen auf den Ägäis-Inseln ein. Es gehe um Lebensrettung und erste Hilfe, denn die Hilfe vor Ort funktioniere nicht, die Zelte seien im wahrsten Sinne des Wortes „auf Sand gebaut“ beziehungsweise noch gar nicht eingetroffen, so Stemberger.

Argumente wie jene, dass es durch die Rettung zu einem Pull-Effekt kommen könnte, lässt sie mit einem Verweis auf Experten-Meinungen nicht gelten. Obwohl auch bei Migrationsforschern immer noch Unklarheit herrscht, sei ein Pull-Effekt zumindest statistisch nicht nachweisbar.

Schauspielerin Katharina Stemberger setzt sich für einen humanitären Umgang mit Geflüchteten ein
Schauspielerin Katharina Stemberger setzt sich für einen humanitären Umgang mit Geflüchteten ein Foto © APA/Helmut Fohringer

Stattdessen fordert Stemberger im Gespräch mit der Kleinen Zeitung, dass Österreich kollektiv „aus dieser ständigen Polarisierung rauskommen“ müsse. Für jene Österreicher, denen vor allem die Ereignisse 2015 als „chaotisch“ in Erinnerung blieben und bei denen eine gewisse Angst vor dem Fremden herrscht, hat sie durchaus Verständnis. Dennoch sei humanitäre Hilfe unumgänglich, denn der kommende Winter und die desolaten Zustände in Kara Tepe „werden dazu führen, dass dort Menschen sterben“, so Stemberger. Es könne nicht sein, dass wir im Advent das Herbergs-Lied von Maria und Josef singen, aber selbst tatenlos zusehen, so Stemberger. Ihr Appell lautet: „Wir müssen helfen, denn das macht uns zu Menschen!"

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Sam125
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Sg.Frau Katharina Stemberger,ich habe sie einst als Schauspielerin sehr gemocht,

doch mit ihrer Initiative mit der sie gegen den Erlaß unserer Bundesregierung agieren, ist es mit dem "mögen" vorbei! Wir Österreicher haben im Jahr 2019 mit 1555 positive Asylbescheide mehr Migranten in Österreich aufgenommen,wie die letzten 15 EU STAATEN es gemeinsam getan haben! Wir haben bereits einen 25 Prozentigen direkten Migrationshintergund in unserer Bevölkerung zu verzeichnen,von denen sich die meisten nicht mehr in unsere Gemeinschaft Integrieren wollen und die auch nicht Deutsch lernen wollen,was sich in Brennpunktschulen und Parallelwelten wiedersppiegelt! Und noch was,WIR SIND CHARLIE UND WIR SIND LEHRER,denn wenn eine tolerante Gesellschaft sich Intoleranten gegenüber nicht zur Wehr setzt,so wird die tolerante Gesellschaft zerstört und mit ihr stirbt auch die TOLERANZ!

Kirby
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Wenn jemand helfen will, soll er

Platz in seinem eigenen Heim schaffen und diesen "Gast" selbst finanzieren. Aber solange wir selbst Obdachlose, von Armut betroffene, Arbeitslose und Benachteiligte haben, solange Corona uns ins finanzielle Chaos stürzt, ist es mehr als scheinheilig, vom "ach so reichen, sozialen" Österreich zu sprechen und sich mit gegebener "Hilfe" zu schmücken, die wir alle bezahlen müssen, egal ob wir wollen, ob wir können, ob wir selbst benachteiligt werden.

herwig67
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Schln für die Initiative

Aber Unterkünfte sind Ländersache und somit ist diese Behauptung, sie habe so und so viele Unterkünfte irrelevant. Außerdem hat man 2015 gesehen, wekche Buden als Unterkünfte angeboten wurden. Hier geht's vor allem ums Geld, viele sind auch kurz nach einer Unterbringung im eigenen Heim bald wieder abgesprungen, die Sozialromantik war erloschen, das gleiche gilt auch für ehrenamtliche Unterstützer.
Asylberechtigte könnte man ohne Problem aufnehmen, man braucht kein erneutes Asylverfahren und nach löngstens 4 Monaten müssen sie sich privat wohnversorgen und Kurse zwecks Arbeitsaufnahme absolvieren.

KaterBruno
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471 freie Plätze in Kärnten

Wenn diese freien Plätze schon ausfindig gemacht wurden, dann
kann man auch schon sagen, in welchen Ort bzw Gemeinde sie
untergebracht werden. Eher nicht, denn die hiesige Bevölkerung
darf nicht verunsichert werden und wenn sie dann angekommen
sind, wird man vor vollendete Tatsachen gestellt. Glaube kaum,
dass die 500 aktiven Helfer und 2.500 Unterstützer sowie die
Schauspielerin Katharina Stemberger für die anfallenden Kosten,
wie passende Infrastruktur, Schulen, Kindergärten und Deutsch-
kursen ( falls angenommen) und die gesetzliche Aufnahme von
nachkommenden Familienangehörigen, übernehmen. Bleibt nur
noch einer übrig, nämlich der STEUERZAHLER !!!

georgXV
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Lieber KaterBruno,

auch ich würde vorschlagen, daß die Menschen, die für die Aufnahme von Migranten sind, mit gutem Beispiel vorangehen und die Migranten bei sich zu Hause aufnehmen und auch für die Finanzierung der ganzen Lebens- und Integrationskosten aufkommen sollen und zwar solange bis sie ihr Leben selbst finanzieren können.
Gerne kann darüber diskutiert werden, ob dann diese Kosten steuerlich absetzbar wären.