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Historisches UrteilBombe auf Libanons Ex-Premier Hariri war ein „Terrorakt“

15 Jahre ist es her, dass Ex-Premier Hariri durch eine Bombe getötet wurde. Das „Sondertribunal für den Libanon“ hat nach sechs Jahren Prozess nur einen Angeklagten verurteilt. Ohne die Explosion von Beirut wäre das Urteil wohl eine Fußnote der Geschichte.

Gedenken Hariri
Gedenken Hariri © (c) AFP (MAHMOUD ZAYYAT)
 

Mit Kosten von 700 Millionen Dollar war es eines der teuersten Gerichtsverfahren der Weltgeschichte. Sechs Jahre dauerte der Prozess um das Bombenattentat 2005 auf den langjährigen Premierminister Rafik Hariri vor dem „Sondertribunal für den Libanon“ (SLT) in Den Haag. 297 Zeugen wurden vernommen, darunter mehrere libanesische Spitzenpolitiker. 2641 Seiten lang ist die Urteilsbegründung des Gerichts, welches am Dienstag drei der vier Angeklagten aus Mangel an Beweisen freisprach und einen „des Mordes an 22 Menschen, des versuchten Mordes an 226 Menschen und einer Terrortat“ für schuldig befand. Das Strafmaß wird zu einem späteren Zeitpunkt verkündet. „Die Mordtat war sorgfältig geplant und ausgeführt“, sagte der Vorsitzende Richter David Re. Trotzdem sah das elfköpfige Tribunal keine ausreichenden Beweise, um drei der vier Angeklagten zweifelsfrei als Mittäter zu überführen oder hochrangige Hintermänner dieses politischen Verbrechens in den Reihen von Hisbollah oder des Assad-Regimes zu identifizieren.

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