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Nach der KriseZehn EU-Länder fordern Grünen Wiederaufbau

Nach der Corona-Krise soll in der EU vor allem in umweltschonende Projekte investiert werden, fordern zehn EU-Staaten.

© APA
 

Zehn EU-Länder, darunter Österreich, fordern in einem Brief an die EU-Kommission, dass der wirtschaftliche Wiederaufbau auf grüner Technologie und Nachhaltigkeit beruhen soll. Als Rahmen für die Maßnahmen zur wirtschaftlichen Erholung schlagen die EU-Mitglieder den "Green Deal" genannten Klimaplan der EU-Kommission vor.

Die Klimakrise dürfe nicht aus den Augen verloren werden, begründete Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) am Freitag ihre Unterstützung für die Initiative Dänemarks. "Wenn die Klimakrise einmal da ist, geht sie nicht mehr weg." Dann werde Krise zum Dauerzustand, so die Ministerin. Wie sich Krise anfühle, sei gerade zu spüren.

"Schon jetzt haben wir in Österreich fast 600.000 Arbeitslose, die Situation in vielen EU-Mitgliedsländern ist ähnlich", betont Gewessler und ruft zum gemeinsamen Handeln und Investieren auf, "um den Menschen Arbeit, Einkommen und Sicherheit zu geben". "Klimaschutz schafft Arbeitsplätze und sorgt für eine lebenswerte Zukunft", so die Ministerin. "Unser Konjunkturpaket muss ein Klimaschutzpaket sein, in Österreich und in Europa".

Neben Gewessler haben die Umwelt- und Klimaschutzminister von Dänemark, Finnland, Italien, Lettland, Luxemburg, Niederlanden, Portugal, Spanien und Schweden den Brief unterzeichnet. "Aus der Corona-Krise kann die Lehre gezogen werden, dass frühes Handeln wesentlich ist", heißt es darin. Der "Green Deal" sei eine neue Wachstumsstrategie für die EU, die gleichzeitig das Wirtschaftswachstum ankurble, Arbeitsplätze schaffe und die Wende zur Klimaneutralität auf kostengünstige Weise vorantreibe.

Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 sieht in der Initiative ein wichtiges Signal. "Damit wir nicht von einer Krise in die nächste schlittern, braucht es ein Konjunkturpaket, mit dem wir die Wirtschaft beleben und Zukunftsinvestitionen zur Bewältigung der Klimakrise auf Schiene bringen", so Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000. Für Österreich fordert er bereits im laufenden Jahr "mindestens eine Klimaschutzmilliarde im Budget" zum Ausbau der Bahn, erneuerbarer Energien und Gebäudesanierung.

Am Donnerstag haben sich die EU-Finanzminister nach langwierigen Verhandlungen auf ein dreigliedriges Corona-Hilfspaket zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen geeinigt, mit dem EU-Länder, Unternehmen und Arbeitnehmer unterstützt werden sollen. Arbeiten an einem "Wiederaufbaufonds" wurden für die Zeit nach der Krise vereinbart. Dessen Finanzierung ist noch offen.

Kommentare (6)
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limbo17
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Wiederaufbau???

Noch dazu ein grüner!
Haber ich den dritten Weltkrieg verschlafen oder wird da gerade von diesen Grünen wieder niederste Parteipolitik betrieben?
Die sollten sich lieber auf unseren aktuellen Probleme konzentrieren!
Da renn genug schief!

Patriot
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@limbo: Seien Sie dankbar, dass jetzt die Grünen und nicht mehr die Blauen in der Regierung sind!

Denn sonst hätten wir jetzt das Chaos pur! Denken Sie nur an die "überaus kompetente" ehemalige blaue Gesundheitsministerin Hartinger-Klein!

ugglan
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Zuviel

soll man sich für eine grüne Zukunft nicht erwarten - vor allem müssen die Arbeitslosenzahlen rigoros zurückgehen. Alles umzustrukturieren wird sicher nicht möglich sein, aber jeder kann einmal über ein Verhalten bei Ernährung, Mobilität etc. nachdenken und umdenken - da wäre schon viel erreicht wie man jetzt - erzwungenermaßen - sehen kann!

duerni
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Nach der Krise -Zehn EU-Länder fordern Grünen Wiederaufbau ....

Diese Krise MUSS uns zum Umdenken veranlassen. Wir sollten aber keinen "Wiederaufbau von Zerstörtem" anstreben sondern einen RADIKALEN NEUAUFBAU unserer Wirtschaft. Das Civid19 Virus hat eine ähnliche Zerstörung und menschliche Opfern gebracht, wie ein Krieg. Die Zeit nach großen Kriegen oder Krisen, birgt die Chance für sinnvollen Neubeginn.
Europa ist der technologisch abgehängte Kontinent und muss mit Innovationen in erneuerbarer Energie, Verkehrstechnik, Virologie und Mikrobiologie die Weltmarktführung anstreben. Um eine Chance gegen die zukünftigen Giganten China und USA zu haben, müssen wir uns außerdem von diesen Ländern unabhängig machen.
Das erfordert volle Unterstützung ALLER politischen Lager - nicht aber um damit politisches Kleingeld zu wechseln

melahide
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Ja bitte

Einen Grünen, so weit als möglich regionalen Aufbau, wo vieles auf kurzem Wege wieder in Europa erzeugt wird. Am besten auch noch eine Struktur der kleinen Händler und weg mit den Konzernen.

47er
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Besonders der Konzerne, die wegen der Gewinnmaximierung alles in Fernost erzeugten,

und dann in Europa (USA) mit guten Gewinn verkauften, wenn, diesen Gewinn aber im billigsten Staat versteuerten und in Steuerparadiesen höckerten. Österreich war in erster Zeit nicht mal in der Lage, einfache Schutzmasken zu produzieren, geschweige Schutzkleidung oder Atemschutzgeräte, dabei wären wir so ein innovatives Land. Um dann alles Importierte von Conainerschiffen mit einer LKW-Armada über Europa zu verteilen, haben wir die Klimaziele dank Frächter-Lobby teils vollkommen ignoriert. Durch diese Krise haben wir noch etwas Zeit, vielleicht doch einiges besser machen zu können.