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Ein Land in AufruhrNeue Proteste gegen Pensionsreform in Frankreich

In Frankreich haben die Gewerkschaften erneut zu Massenprotesten gegen die Pensionsreform-Pläne von Präsident Emmanuel Macron aufgerufen. Neue Verhandlungsrunde am Freitag.

© APA (AFP)
 

Der Vorsitzende des Gewerkschaftsbundes CGT, Philippe Martinez, sprach am Donnerstag im Radiosender Europe 1 von einem "gerechten Kampf" gegen eine "schlechte" Reform. Geplant sind nach seinen Worten mehr als 200 Kundgebungen im ganzen Land.

Die CGT und andere Gewerkschaften wollen die Regierung damit zur Abkehr von der Pensionsreform zwingen. Die Streiks bei der Bahn und im Pariser Nahverkehr dauern bereits seit fünf Wochen an. Auch Raffinerien und Treibstofflager wurden erneut blockiert. Der Pariser Eiffelturm blieb für Besucher geschlossen. Auch Lehrer und Anwälte legten die Arbeit nieder.

In Paris war am Nachmittag ein zentraler Protestmarsch geplant. Auch in anderen Großstädten wie Marseille, Bordeaux und Rennes sollte es Demonstrationen geben. Zuletzt waren vor Weihnachten mehr als 600.000 Franzosen gegen die Pensionsreform auf die Straße gegangen, die Gewerkschaft CGT zählte dreimal so viele Teilnehmer.

Die Gewerkschaften wollen vor einer neuen Verhandlungsrunde mit der Regierung am Freitag den Druck erhöhen. "Wir sind noch weit entfernt von einer Einigung", sagte der Chef des größten Gewerkschaftsbundes CFDT, Laurent Berger. Er drängte die Regierung, zumindest auf die geplante Erhöhung des Pensionsalters von derzeit 62 auf 64 Jahre zu verzichten.

Berger sprach aber von einem "Zeichen der Öffnung". Bei dem letzten Gespräch am Dienstag hatte sich Regierungschef Edouard Philippe positiv über die Gewerkschaftsidee geäußert, eine Konferenz für alternative Finanzierungsmöglichkeiten zu veranstalten.

Pensionssystem soll vereinheitlicht werden

Präsident Emmanuel Macron will das komplizierte Pensionssystem mit mehr als 40 unterschiedlichen Regelungen vereinheitlichen. Die Gewerkschaften fürchten massive Einschnitte für Ruheständler.

Wegen des andauernden Streiks in Frankreich gegen die Pensionsreform bleibt der Eiffelturm am Donnerstag geschlossen. Der Vorplatz sei aber geöffnet, schrieb die Pressestelle des weltberühmten Pariser Wahrzeichens auf dem offiziellen Twitter-Account. Gewerkschaften hatten zu weiteren Massenprotesten aufgerufen, ein großer Demonstrationszug soll am Nachmittag am Pariser Place de la République starten. Von den Streiks waren bereits häufiger Touristen betroffen, zahlreiche Pariser Sehenswürdigkeiten blieben in den vergangenen Wochen immer wieder geschlossen.

Auch der Pariser Nahverkehr und der Fernverkehr im gesamten Land sind seit dem 5. Dezember massiv gestört. Er sei davon überzeugt, dass es am Freitag einen Kompromiss zwischen der Regierung und den Gewerkschaften geben werde, sagte Verkehrsstaatssekretär Jean-Baptiste Djebbari dem Nachrichtensender BFMTV. Premier Édouard Philippe hat für Freitagvormittag zu neuen Gesprächen eingeladen. Dann soll vor allem ein Vorschlag der gemäßigten Gewerkschaften zur Finanzierung des Pensionssystems diskutiert werden.

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