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IsraelNetanyahu musste vor Rakete fliehen

Israels Regierungspartei Likud wählt seinen Parteivorsitzenden. Der amtierende Ministerpräsident Netanyahu musste bei einer Ansprache in Sicherheit gebracht werden.

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Benjamin Netanyahu © (c) APA/AFP/JACK GUEZ
 

Militante Palästinenser hatten am Mittwochabend erneut eine Rakete auf Israel abgefeuert. Das Geschoss sei von der Raketenabwehr abgefangen worden, teilte Israels Armee mit. In israelischen Grenzorten sowie der Küstenstadt Ashkelon heulten Warnsirenen.

In Ashkelon unterbrach der Angriff eine Wahlkampfveranstaltung des Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu, wie das Fernsehen berichtete. Der 70-Jährige musste vorübergehend in einen Schutzraum. Er setzte anschließend seine Rede fort und drohte den Angreifern. "Wer auch immer Raketen abgefeuert hat, sollte besser gleich seine Sachen packen", wurde Netanyahu von der Zeitung "Haaretz" zitiert.

Wahl des Vorsitzenden

Die Mitglieder der rechtskonservativen Likud-Partei in Israel stimmen heute über einen neuen Vorsitzenden ab. Die Wahllokale öffneten am Donnerstagmorgen bereits eine Stunde früher als geplant und sollten bis 22.00 Uhr (MEZ) geöffnet bleiben. Wegen stürmischer Wetterbedingungen wurde das Zeitfenster der Abstimmung verlängert. Mit dem Ergebnis wurde erst am Freitagmorgen gerechnet.

Rund 116.000 Parteimitglieder waren zu der Abstimmung aufgerufen. Der neue Parteivorsitzende soll den Likud in die Parlamentswahl am 2. März führen.

Wer, wenn nicht er?

Die Wiederwahl des amtierenden Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu (70) gilt zwar als wahrscheinlich. Seinem einzigen Gegenkandidaten, dem ehemaligen Innen- und Erziehungsminister Gideon Saar, wird jedoch ein Achtungserfolg zugetraut. Damit könnte der 53-Jährige sich für eine Ära nach Netanyahu positionieren. Netanyahu ist wegen einer Korruptionsanklage und zweifachem Scheitern bei der Regierungsbildung angeschlagen. Aber die Likud-Mitglieder gelten als extrem loyal und haben noch nie einen amtierenden Parteivorsitzenden abgewählt.

Israel befindet sich wegen einer fortwährenden Pattsituation zwischen dem rechts-religiösen und dem Mitte-Links-Lager in einer politischen Krise. Weil weder Netanyahu noch seinem Herausforderer Benny Gantz vom Mitte-Bündnis eine Regierungsbildung gelang, wird im März schon zum dritten Mal binnen eines Jahres ein neues Parlament gewählt.

Bibi - seit Jahrzehnten

Netanyahu dominiert die Likud-Partei seit Jahrzehnten. Er war von 1993 bis 1999 Parteivorsitzender, die letzten drei Jahre davon auch Regierungschef. Nach seiner Wahlniederlage 1999 trat Netanyahu als Parteichef zurück, sein Nachfolger wurde damals Ariel Sharon. 2005 schied Sharon dann aus dem Likud aus, um die Kadima-Partei zu gründen. Seitdem ist Netanyahu durchgängig Likud-Parteivorsitzender.

In Ashkelon unterbrach am Mittwoch ein Raketenangriff militanter Palästinenser eine Wahlkampfveranstaltung von Netanyahu, wie das Fernsehen berichtete. Der 70-Jährige musste vorübergehend in einen Schutzraum.

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