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Wahl in RumänienKlaus Johannis ist der Favorit der ersten Wahlrunde

Rumänien wählt einen neuen Präsidenten. Favorit unter den 14 Bewerbern im größten südosteuropäischen Land ist der deutschstämmige Amtsinhaber Klaus Johannis.

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Klaus Johannis bei der Stimmabgabe heute in Bukarest: "Ein normales Rumänien." © APA/AFP/DANIEL MIHAILESCU
 

Haushoher Favorit unter den 14 Wahlwerbern ist der deutschstämmige Amtsinhaber Klaus Johannis: Der 60-Jährige, der als Kandidat der regierenden Liberalen antritt, führt in allen Wahlumfragen mit mehr als 45 Prozent deutlich, während seine Kontrahenten alle unter der 20 Prozent-Marke liegen. Sein Wahl-Slogan lautet: "Ein normales Rumänien." Er selbst gab seine Stimme am Vormittag in einem Wahllokal in Bukarest ab. "Heute entscheiden die Rumänen über die Zukunft ihres Landes", sagte der 60-Jährige anschließend vor Journalisten. Im Wahlkampf hatte der Präsident vor allem mit den Themen Rechtsstaatlichkeit und dem Kampf gegen die Korruption für sich geworben.

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Stimmabgabe in Bukarest Foto © APA/AFP/DANIEL MIHAILESCU

Johannis, der der deutschen Minderheit Rumäniens angehört, gilt in Osteuropa als Widerpart des anti-europäischen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban und der rechtsnationalen polnischen Regierungspartei "Recht und Gerechtigkeit". Seine erste Amtszeit als Präsident trat er 2014 an.

In Rumänien sind 18,2 Millionen wahlberechtigte Bürger heute, Sonntag, aufgerufen, ihr Staatsoberhaupt für eine fünfjährige Amtszeit zu bestimmen. Die Wahllokale öffneten um 7 Uhr Ortszeit und schließen um 21 Uhr. Als entscheidend für den Wahlausgang gelten auch die Stimmen der rund vier Millionen im Ausland lebenden Rumänen. Sie unterstützen in der Regel mehrheitlich liberale Kandidaten.

Es ist die achte Präsidentenwahl der rumänischen Nachwendezeit. Sofern keiner der insgesamt 14 Anwärter auf das höchste Amt im Staat in der ersten Wahlrunde die absolute Mehrheit erreicht, erfolgt am 24. November die Stichwahl.

Der Mann aus Hermannstadt

Klaus Werner Johannis (rumänisch Iohannis) wurde am 13. Juni 1959 in Hermannstadt (Sibiu) geboren. Sein Vater Gustav Heinz war Techniker, seine Mutter Susanne war Krankenschwester. Er gehört der rumäniendeutschen Volksgruppe der Siebenbürger Sachsen an.

Ab dem Jahr 2000 war er Bürgermeister von Hermannstadt.
2014 wurde er Vorsitzender der Nationalliberalen Partei (PNL) und kandidierte daraufhin bei den Präsidentschaftswahlen 2014.
Nach dem ersten Wahlgang lag er zehn Prozentpunkte hinter dem damaligen Ministerpräsidenten Victor Ponta, der seinerseits die absolute Mehrheit verfehlte. Aus der Stichwahl ging Johannis als Gewinner hervor und wurde am 21. Dezember 2014 vereidigt.

Seit 1989 ist Klaus Johannis mit Carmen Johannis verheiratet, die Englisch am Nationalkollegium „Gheorghe Lazăr" in Hermannstadt unterrichtet. Das Ehepaar hat keine Kinder. Nach der Rumänischen Revolution 1989 wanderten seine Eltern und seine Schwester Krista nach Bayern aus und leben seither im Raum Würzburg.

Wer kommt in die Stichwahl?

Mit Spannung wird  abgewartet, wer es als Johannis' Herausforderer in die Stichwahl schafft, mit der Meinungsforscher rechnen. Als aussichtsreichste Kandidaten für die entscheidende Runde gelten der Chef der bürgerlichen Oppositionspartei "Union rettet Rumänien" (USR), Dan Barna, Ex-Regierungschefin Viorica Dancila als Spitzenkandidatin der postkommunistischen PSD sowie der populistische Schauspieler und frühere Abgeordnete Mircea Diaconu seitens der beiden Kleinparteien "Pro Romania" und ALDE. Vor allem für Ex-Regierungschefin Dancila steht dabei ihre politische Zukunft auf dem Spiel: Schafft sie den Einzug in die Stichwahl nicht - eine von der PSD in Nachwendezeiten noch nie erlebte Niederlage -, wird sie für die rumänischen Genossen als Parteichefin nicht länger tragbar sein.

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Ex-Regierungschefin Viorica Dancila, Spitzenkandidatin der postkommunistischen PSD, spricht zu den Journalisten Foto © APA/AFP/ANDREI PUNGOVSCHI

Keine Warteschlangen

Die erst seit wenigen Tagen amtierende liberale Minderheitsregierung unter Ministerpräsident Ludovic Orban (PNL) war vor allem um einen möglichst reibungslosen Wahlverlauf im Ausland bemüht: 835 Wahllokale (davon 17 in Österreich) stehen den wahlberechtigten rumänischen Wählern weltweit zu Verfügung - fast doppelt so viele wie bei der Europawahl vom Mai. Um Endlos-Warteschlangen der etwa vier Millionen Auslandsrumänen vor Botschaften und Konsulaten ihres Landes vorzubeugen, können sie diesmal zudem über einen Zeitraum von drei Tagen abstimmen.

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