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Nach Einstufung als VölkermordAnkara lädt US-Botschafter wegen Resolution zu Armenien vor

US-Repräsentantenhaus stufte Massaker an Armeniern als Völkermord ein. Die entsprechende Resolution wurde am Dienstag mit 405 zu 11 Stimmen angenommen. Auch die US-Sanktionen wegen der türkischen Offensive in Nordsyrien sind ein Konfliktthema.

Nancy Pelosi, Sprecherin der Parlamentskammer, begrüßte das Votum des Repräsentantenhauses
Nancy Pelosi, Sprecherin der Parlamentskammer, begrüßte das Votum des Repräsentantenhauses © AP
 

Nach der offiziellen Anerkennung der Massaker an den Armeniern im Ersten Weltkrieg als Völkermord durch die USA hat Ankara den US-Botschafter vorgeladen. Der US-Diplomat David Satterfield sei wegen einer "Resolution, die jeder historischen oder rechtlichen Grundlage entbehrt" ins türkische Außenministerium zitiert worden, teilten Ministeriumsvertreter am Mittwoch mit.

Ein weiterer Grund für die Maßnahme waren demnach auch die nach der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien verhängten US-Sanktionen gegen Ankara. Das US-Repräsentantenhaus hatte am Dienstag mit klarer Mehrheit eine Resolution verabschiedet, mit der die Massaker an den Armeniern zwischen 1915 und 1917 offiziell als Völkermord eingestuft werden.

"Bedeutungsloser Schritt"

Die Türkei, die den Begriff Völkermord zurückweist, reagierte erbost auf die Verabschiedung der Resolution. Das türkische Außenministerium sprach von einem "bedeutungslosen politischen Schritt", der sich an die "armenische Lobby und Anti-Türkei-Gruppen" richte. Der Beschluss des Repräsentantenhauses gefährde die Beziehungen zwischen der Türkei und den USA in Zeiten großer Gefahren für die internationale und regionale Sicherheit.

Als erstes großes europäisches Land hatte Frankreich 2001 die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich offiziell als Völkermord eingestuft. Der Bundestag in Berlin folgte im Juni 2016. Dies löste eine schwere diplomatische Krise mit der Türkei aus.

Bis zu 1,5 Millionen Opfer

Die Türkei gesteht zwar den Tod von 300.000 bis 500.000 Armeniern während des Krieges zu, weist aber die Einstufung als Völkermord strikt zurück. Während des Ersten Weltkrieges waren Armenier systematisch verfolgt worden und unter anderem auf Todesmärsche in die syrische Wüste geschickt worden. Historiker sprechen von Hunderttausenden bis zu 1,5 Millionen Opfern.

Die Sprecherin der Parlamentskammer, Nancy Pelosi, begrüßte das Votum des Repräsentantenhauses: "Heute hat eine überwältigend überparteiliche Mehrheit dafür gesorgt, dass die Wahrheit für immer in das Kongressprotokoll aufgenommen wird", twitterte sie. Zu oft sei die tragische Realität des Völkermords an den Armeniern geleugnet worden.

Das türkische Außenministerium erklärte dagegen der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge, die Resolution sei offenbar "für den inländischen Konsum verfasst und herausgegeben" worden und habe keine "historische oder rechtliche Grundlage". Sie sei rechtlich nicht bindend und ein "bedeutungsloser politischer Schritt". Sie richte sich nur an die armenische Lobby und anti-türkische Gruppen.

"Rache für Syrien"

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu warf den USA via Twitter vor, die "antiquierte Resolution" sei Rache für die türkische Militäroffensive in Nordsyrien. "Kreise, die glauben, dass sie sich auf diese Weise rächen werden, irren sich."

Durch die Militäroffensive gegen kurdische Kämpfer in Nordsyrien hatten sich die Beziehungen zwischen den beiden Ländern stark verschlechtert. Das türkische Militär war mit verbündeten Rebellen am 9. Oktober in Nordsyrien einmarschiert. Ankara betrachtet die Kurdenmiliz YPG als Terrororganisation. Für die USA waren die von der YPG geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) ein wichtiger Partner im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Der Abzug von US-Truppen aus Nordsyrien hatten den Einmarsch der Türkei erst möglich gemacht.

Kommentare (2)

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Hildegard11
0
4
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Wie alle Verbrecher...

...nur nix zugeben. Danke ausnahmsweise an die USA.

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schteirischprovessa
0
5
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Die ganze Welt weiß inzwischen, dass es sich

Um einen Völkermord an den Armeniern gehandelt hat. Bis auf den Kurdenmörder Erdogan...

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