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Protest in HongkongTränengas gegen Demonstranten am 5. Jahrestag

Die Hongkonger Polizei hat am Sonntag erneut Tränengas gegen Demonstranten eingesetzt. Zehntausende Hongkonger waren zum fünften Jahrestag der "Regenschirm-Proteste" auf die Straße gegangen.

Tränengas gegen Protestler
Tränengas gegen Protestler © (c) APA/AFP/NICOLAS ASFOURI
 

Die Hongkonger Polizei hat am Sonntag erneut Tränengas gegen Demonstranten eingesetzt. Nach einem Aufruf zu neuen Protesten hatten Polizisten im Einkaufsviertel Causeway Bay mehrere Menschen angehalten, durchsucht und festgenommen. Die Beamten wurden daraufhin von wütenden Demonstranten bedrängt, die Sprechchöre wie "Korrupte Polizisten" riefen.

Nach einem Flaschenwurf setzte die Polizei Tränengas ein. Tausende zogen anschließend weiter durch die Straßen. Bei einer "Einkaufstour" im Einkaufszentrum "Festival Walk" in Kowloon Tong gab es auch gezielte Aktionen gegen Geschäfte, die als pekingfreundlich gelten. Zudem wollten Mittelschüler in Tsuen Wan nahe der Grenze zu China demonstrieren.

5. Jahrestag der Regenschirm-Proteste

Schon am Samstag war es bei Protesten in der chinesischen Sonderverwaltungszone erneut zu Zusammenstößen gekommen. Zehntausende Hongkonger waren am Abend zum fünften Jahrestag der "Regenschirm-Proteste" auf die Straße gegangen. Am Rande der friedlichen Massenkundgebung warfen einige radikale Demonstranten Steine und Molotow-Cocktails. Die Polizei setzte Tränengas, Wasserwerfer und Pfefferspray ein.

Die Aktivisten der Hongkonger Demokratie-Bewegung gehen seit fast vier Monaten gegen die Einschränkung demokratischer Rechte durch China auf die Straße. Die "Regenschirm-Bewegung" hatte 2014 wochenlang für freie Wahlen in Hongkong demonstriert und damit den Grundstein für die derzeitigen Proteste gelegt.

Die Hongkonger Demokratie-Bewegung hatte am Freitag neue Proteste gestartet, die zunächst auf vier Tage angelegt sind. Die Aktivisten wollen damit vor den Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China am Dienstag ein Zeichen gegen Peking setzen.

Seit der Rückgabe 1997 an China wird Hongkong mit einem eigenen Grundgesetz nach dem Prinzip "ein Land, zwei Systeme" autonom regiert. Die sieben Millionen Hongkonger stehen unter Chinas Souveränität, genießen aber mehr Rechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit, um die sie jetzt fürchten.

70 Jahrestag der Republik-Gründung

Die Kundgebung war Teil einer ganzen Reihe von geplanten Protesten, die sich im Hinblick auf den 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China am Dienstag gegen die kommunistischen Machthaber in Peking richten. Bereits am Samstag war es am Rande von Demonstrationen zu neuen Ausschreitungen gekommen.

Möglicherweise um die Spannungen in der chinesischen Sonderverwaltungszone zu mindern kündigte die Regierung an, dass ihre Vorsitzende Carrie Lam zu den Festlichkeiten nicht in der Stadt sein werde. Lam, der eine zu große Nähe zur Führung in Peking vorgeworfen wird, reist den Angaben zufolge am Montag in die Hauptstadt und soll am Dienstagabend auf dem Landweg nach Hongkong zurückkehren, um mögliche Proteste am Flughafen zu vermeiden. Der Flughafen war bereits in den vergangenen Wochen mehrmals von Demonstranten blockiert worden.

Hongkong ist seit 1997 eine chinesische Sonderverwaltungszone. Seit Monaten demonstrieren zahlreiche Hongkonger gegen einen stärkeren Einfluss der Pekinger Regierung. Sie befürchten, dass sie politische Freiheiten verlieren.

 

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