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Steuerreform

Italienische Verhältnisse für Österreich

Die Einführung der Registrierkassenpflicht im Zuge der Steuerreform hat auch Auswirkungen auf die Kunden: Jeder Kassenbon muss aufbewahrt werden, denn theoretisch könnte vor dem Geschäft bereits der Steuerfahnder warten.

Nicht ohne meinen Kassenbon
Nicht ohne meinen Kassenbon © tashka2000 - Fotolia
 

Was in Italien längst zum Alltag gehört, hält auch bei uns Einzug: Kassenbelege müssen künftig auf bei kleinen Einkäufen - von der Wurstsemmel bis zum Verlängerten - aufbewahrt werden. Denn zur Beleg-Erteilungspflicht für Unternehmen kommt auch die Beleg-Annahmepflicht für Konsumenten.

Steuerreform in Begutachtung

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) haben sich am Dienstag nach dem Ministerrat erfreut gezeigt, auch die letzten Teile der Steuerreform in Begutachtung schicken zu können. Mitterlehner betonte, dass nicht nachgebessert, sondern eine "Präzisierung" vorgenommen wurde.

Faymann freute sich, dass die Vorziehung der Negativsteuer-Erhöhung Vorteile für rund eine Mio. Arbeitnehmer bringe, die Pendler eingerechnet sogar 1,6 Mio. Es gehe um einen Betrag von 50 Mio. Euro, der aber auch der Wirtschaftsankurbelung diene. Eine kleine Uneinigkeit tat sich hier auf: Während Faymanns Büro nach dem Pressefoyer von zusätzlichen Geldern sprach, stellte Mitterlehner Mehrkosten hiefür in Abrede. Er sah lediglich einen Liquiditätseffekt.

Gerade einmal 5 Mio. Euro weniger an Steueraufkommen kostet hingegen die Deckelung der Grunderwerbssteuer bei Betriebsübergaben, sagten beide. Für Mitterlehner hat dies eher "symbolischen Charakter", betroffen seien gerade einmal 20 bis 30 Firmen in ganz Österreich. Für Faymann begrüßenswert ist jedenfalls die - auch von den Höchstgerichten geforderte - Umstellung auf die Verkehrswertberechnung.

Sehr positiv wertete der Kanzler auch die geplanten Maßnahmen zur Betrugsbekämpfung, darunter die Registrierkassenpflicht, die Einzelaufzeichnung, das Verbot der Barbezahlung am Bau, Maßnahmen gegen Scheinrechnungen und die Konteneinsicht. Es sei dies eine Frage der Konsequenz, schließlich habe sich die Regierung in diesem Bereich hohe Einnahmen zur Gegenfinanzierung der Reform vorgenommen.

Die Registrierkassenpflicht wird dem Vernehmen nach auch eine Verpflichtung enthalten, dem Kunden einen Kassenzettel auszuhändigen. Wenn dieser ihn gleich wegwerfe, habe er aber mit keinen Konsequenzen zu rechnen, erklärte Faymann. Für ihn ist das "keine unübliche Regelung", ähnliches gelte etwa auch in Italien. "Ich habe nie gehört, dass ein Tourist bestraft wurde, weil er einen Zettel doch liegen lässt."

Keine großartigen Änderungen mehr

Laut Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) werde es im Zuge der Begutachtung keine großen Änderungen mehr geben. Für den Minister sind die Eckpunkte der Reform damit unverrückbar.

Der Verhandlungsspielraum sei "ausgereizt", sagte Schelling bei einem Hintergrundgespräch zur Steuerreform am Dienstag. Die diversen Interessenvertreter sollten sich daher "keine Hoffnungen machen, dass noch großartige Änderungen möglich sind". "Von den großen Brocken her wird es keine wesentlichen Änderungen mehr geben", so Schelling.

Kritik an den Plänen der Regierung zur Finanzierung der Steuerreform wies Schelling zurück. Laut Regierung soll sich die Steuerreform zu einem Teil selbst finanzieren. Konkret ist von 850 Mio. Euro die Rede. "Es wird sich ausgehen", sagte Schelling dazu. Eine Eigenfinanzierungsquote von 17 Prozent sei durchaus seriös.

 

Kommentare (99+)

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Ein bissl Körberlgeld

Na und? Nichts gegen das was an Steuergeld tagtäglich verpulvert wird und werden wird....

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hotchef
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ihr verkommt zur Bananen Republik

und ich bin froh das da vor 40 Jahren wegzog!

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rudolfo63
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Richtige Konsequenz

Lieber hotchef, wir verblödeten, zurückgebliebenen Österreicher teilen vorbehaltlos Ihre Freude. Reisende soll und kann man nicht aufhalten.

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dolinenfuzzy
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wie vor.............

na das wird wieder wie vor 75 Jahren oder in der DDR ............oder noch in Nor Korea

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vertico1
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als hat Italien bereits

Nord koreanische Zustände, denn das Gesetz gibt´s schon ewig dort?

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Richtige Maßnahme,

die bisher kein Finanzminister gewagt hat. Und sehr wirkungsvoll.
Verhängnisvoll für die Wirte, die bisher betrogen haben, wenn sie wegen der Belegpflicht von einem auf den anderen Tag 40 % mehr Umsatz machen. Wie in Kroatien. Dann wird die Finanz natürlich die letzten Jahre nachsehen. Jedenfalls hat der Finanzminister den Finger auf die richtige Wunde gelegt. Verstehe auch nicht, dass die KZ diese Maßnahme lächerlich macht. Bei dieser Gelegenheit könnte man auch gleich überlegen die Trinkgelder der Kellner zu versteuern. Ein guter Zahlkellner in einem größeren Gasthaus bekommt mind. 3.000 EUR Trinkgeld unversteuert.

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kagruena00
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@monk2

Wenn dies der Fall wäre, frag ich mir nur, warum gibt es dann einfach zuwenig Personal für die Gastronomie? Nach deiner Berechnung müßte der Mitarbeiter pro Arbeitsstunde mehr als € 17,-- an Trinkgelder bekommen. Ist das glaubwürdig und wenn es so wie du schilderst, dass dies ein Zahlkellner erhält, dann hat er sicherlich einige Kellner unter sich, die von diesen angeblichen € 17,-- auch ihren Teil bekommen. Die Vernatterung kommt sicherlich ab dem nächsten Jahr mit solchen Meldungen.

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rudolfo63
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Ein Fragezeichen

Bitte was in aller Welt ist "Vernatterung"? Werden da vielleicht Schlangen ausgesetzt?

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kagruena00
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rudolfo63

guck mal nach unten! ;)

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kagruena00
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... den vernadern ist

das falsche Wort für solche Meldungen! ;)

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allesnetsoernst
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Na, das ist jetzt nicht wirklich war??

Haben wir zu viele unterbeschäftigte Beamte die versorgt werden müssen?

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Dirk12
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Wenn ich mit Entsetzen die Kommentare lese, dann muß ich Prof. Ringel, bei seiner umstrittenen Aussage, Recht geben!

Schauerlich.

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adrianklafu
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bürger unter generalverdacht nur..

wie lange müsste absolut jeder kleine pfusch gerade am bau und in der gastro abgerechnet werden um die hypo mrd abzuzahlen. auch in griechenland waren sicher die mrd kredite von div banken um damit dämlichste projekte zu finanzieren oder gar waffen zu kaufen eher schuld an der misere als ein paar die zu unrecht blindenunterstützung bezogen haben wiel sie sonst sowieso niemals über die runden kommen. wenn bei uns in der gastro niemand mehr schwarz hakelt können 30% der lokale sofort zusperren. ob das dann besser ist ? weder die ausländer noch die kleinen pfuscher sind die die unser land ruinieren sondern die wirtschaftsaristokraten bankenchefs konzernbonzen und deren maroinetten die politiker.

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Beamten online Kontrolle

nachdem der staat sämtliche schritte aktivitäten verdienste der bürger kontrollieren möcht, sollte es ein online portal geben, wo der bürger die möglichkeit hat online in echtzeit abzurufen welches arbeitspensum in welchem zeitraum jeder beliebige beamte erledigt hat bzw. ob überhaupt zur arbeit erschienden, wieviele akte wurden bearbeitet etc. der gläserne beamte - die technischen voraussetzungen wären ja da ;-)

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naddor
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Idiotie

Unsere Regierung ist nun endgültig vom Bürger entfernt angekommen. Hier sieht es so aus, als seien alle außerhalb der Politikerkaste (sprich, die Bürger) im Generalverdacht der Steuerhinterziehung. Wir sind kein Land mit der Mentalität Italiens und doch versucht es der FM mit dieser Variante. Ob ich nun den Zettel nehme oder nicht, sagt nichts über Betrug meinerseits aus und ist für die Fische. Ich appelliere nun an meine Mitbürger: Diese beiden Polit-Dinsosaurier abwählen...es kommt nicht zielführendes mehr dabei heraus.

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vertico1
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nicht die Bürger sondern

die UNTERNEHMER sollen erzogen werden, damit für alles eine Rechnung ausgestellt wird! Schwarzverkäufe sollen dadurch unterbunden werden.
STEUERBETRUG schadet ALLEN, vor allem aber dem BÜRGER! Der Verkäufer kassiert ja die Ust, führt diese jedoch nicht ab. Er steckt also Geld ein, dass ihm nicht GEHÖRT! Das ist BETRUG. Ist das so schwer zu verstehen?
Ein Blick nach Griechenland genügt doch!

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@vertico1 - Damit werden alle UNTERNEHMER als Hinterzieher dargestellt.

Hier gilt plötzlich keine Unschuldsvermutung. Dann wird es an der Zeit ALLEN Politikern auch wirklich die Korruption zu unterstellen. Denn auch DAS ist Betrug - AUCH DAS sieht man beim Blick nach Griechenland.

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vertico1
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@ Daschwob

werden also auch alle Autofahrer als Betrunken dargestellt, nur weil man bei einer Verkehrskontrolle auch ins Röhrchen blasen muss?

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kagruena00
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@vertico...

... du bist sehr arm und was machen die Politiker deiner Farbe?!?!? Du bist der geborene Parteisoldat, weil du wirklich keine Fehler dieser Regierung siehst. Aber was solls, du mußt wahrscheinlich einer dieser Parteien dankbar sein, dass du arbeiten darfst.

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vertico1
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@ kagruena00

das ist ein großer Irrtum. Ich habe werde eine Parteifarbe noch bin ich Beamter/Vertragsbediensteter. Ich verdiene meine Brötchen EHRLICH in der Privatwirtschaft.
Es gibt massenhaft Fehler in der Politik und ich bin bei weitem nicht zufrieden. Ich bin nur verärgert, wenn endlich mal unpopuläre Entscheidungen getroffen werden und Otto-Normal-Dummie hat nix besseres zu tun als nur zu pöbeln. Dabei hat der Großteil noch nicht mal ANNÄHERND eine Ahnung davon.

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kagruena00
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@vertico...

ok... dann war dies ein großer Irrtum meinerseits. Aber Irrtümer begleiten jeden das ganze Leben. Wenn man aber glaubt, dass die Gastronomie, nehmen wir mal an, so wie es unsere hochgelobte Regierung annimmt, dass ca. 900 Mio durch Registrierkassen an Steuern ab 2016 in den Steuertopf wandern werden, müßte bis jetzt die gesamte Gastronomie jedes Jahr ca. 1,3 Milliarden Getränke schwarz verkauft haben. (Annahme Getränk kostet im Schnitt € 4,-- Mwst. = 0,67/Getränk ohne Berücksichtigung der Vorsteuer)Ist das glaubwürdig?

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Diese Regierung ist eine Ausgeburt

an Inkompetenz, Arroganz und ein Sammelsurium von Idioten!
Ich bewahre sicher keine Bons auf und wehe dem der mich kontrollieren will...

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Imhotep
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wen interessiert das?

Ich bewahre sicher keinen Bon auf oder nimm ihn mit nur weil ein kleiner Beamter das dann kontrollieren will. Da ist er bei mir beim falschen.

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vertico1
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@ Imhotep

Sie sind genau einer dieser Leute, die NULL Ahnung haben, aber ihren Senf dazu geben müssen!
Sie können aber gerne die Gelegenheit nutzen und mir erklären, wie das mit der Ust so tatsächlich funktioniert. Sie wissen ja mehr als ich, wie Sie es andernorts im Forum von sich gaben. Vielleicht zum Anfang was Leichtes. Wann ist das UstG anzuwenden?

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vertico1
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@ Imhotep

nur so nebenbei. Es mag zwar ein kleiner Beamter sein, dennoch ist er mit Hoheitsaufgaben betraut. Geraten Sie an einen Sheriff von der Finpol (meist ex Bundesheer) dann werdens ganz verwundert schauen, was die sich alles erlauben und was sie mit Ihnen machen!
Finde ich meist auch nicht ganz in Ordnung, nur in Fällen wie bei Ihnen triffts schon nicht den Falschen.

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kaboni
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Registrierkassenpflicht ist "gut",

aber den Kassenbon verlier ich einfach. Das lasse ich mir "nicht" vorschreiben.
Genau so wie die Töchter in der Hymne.

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