Im November 2024 war Donald Trump auch wegen eines außenpolitischen Versprechens gewählt worden. Die USA sollten sich nicht mehr in endlose Kriege in weit entfernten Ländern verstricken, stattdessen sollten die Sorgen und Bedürfnisse der US-Bürger zu Hause im Mittelpunkt stehen.
Knapp eineinhalb Jahre später ist das alles endgültig Makulatur. Nach dem Bombardment der iranischen Atomanlagen im Sommer 2025 und der Kommandoaktion in Venezuela zur Ergreifung von Nicolás Maduro hat der US-Präsident nun dem Iran den Krieg erklärt. Dabei geht es nicht nur um die Verhinderung einer iranischen Atombombe und die Ausschaltung des Raketenprogramms, Trump will auch den Sturz des Mullah-Regimes.
Lieber Heldentod sterben als klein beigeben
Ob diese Rechnung aufgeht, ist ungewiss. Selbst mit einer viele Tage dauernden Luftkriegskampagne wird sich die Führung in Teheran, die tausende Demonstranten niederschießen lassen hat und seit Jahrzehnten den größten Unsicherheitsfaktor in der Region darstellt, möglicherweise nicht in die Knie zwingen lassen. Revolutionsführer Ali Khamenei und seine Getreuen sterben wohl lieber den Heldentod als klein beizugeben. Ein Regimewechsel wäre damit nur möglich, wenn sich das iranische Volk nochmals erhebt oder die USA auch Bodentruppen schicken. Im Iran würde sich für Trump dann ein ähnliches Szenario entfalten wie bei den US-Militärinterventionen im Irak und in Afghanistan. Dort starben tausende US-Soldaten, die Kriege kosteten die USA mehrere Billionen Dollar.
Klar ist jedenfalls, dass im Nahen Osten an diesem Samstag eine Zeitenwende begonnen hat, deren Dynamik sich auch für Trump nur schwer kalkulieren lässt. Ob ihr ein weiterer endloser Krieg folgt oder eine von Israel und den sunnitischen Golfmonarchien dominierte Neuordnung der Region werden erst die nächsten Tage oder Wochen weisen.