Auf alten Kanaldeckeln der moldawischen Hauptstadt Chisinau grüßt die Vergangenheit, gelassen geht man über sie hinweg. Wer sich beugt, erkennt im Gusseisen die kommunistischen Symbole Hammer und Sichel. Kein scharfes Auge benötigt man hingegen für den Anblick der verfallenen, stalinistischen Plattenbauten, die die breite Einfallsstraße säumen. Sie führt vom Flughafen in das moderne, von chicen Parks und Cafés geprägte Zentrum. Die Gleichzeitigkeit ist typisch für den Kleinstaat, der mitten in der Transformation steckt, gefährdet und verwundbar bleibt.