Vor 90 Jahren wurde Koloman Wallisch getötet. Eine Hinrichtung als trauriges Finale eines Aufstands, der Vorstufe zur Revolution. Ein Todesurteil, das heute als Justizverbrechen gesehen wird.
Die Februarkämpfe, wie diese bürgerkriegsähnliche Zeit im Jahr 1934 genannt wird, war das Resultat einer Eskalation eines politischen Grundsatzkampfes. Auf der einen Seite stand da die nationalkonservative Heimwehr, die unter der Dollfuß-Regierung immer mehr Macht übernahm, andererseits der Republikanische Schutzbund, der paramilitärische Arm der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei.
Der Konflikt zwischen der Regierung Dollfuß und der sozialistischen Arbeiterschaft schwelte bereits seit Ende der 1920er-Jahre. 1933 schaltete Dollfuß de facto das Parlament aus. Nachdem sich die Arbeiter Anfang 1934 in Oberösterreich gegen die Räumung eines Waffenlagers des Republikanischen Schutzbundes gewehrt hatten, eskalierte der Konflikt und griff auf andere Industriezentren Österreichs über. Österreichweit forderten die Februarkämpfe mehrere Hundert Todesopfer.
Zu heftigen Kämpfen kam es in Bruck an der Mur. Anfängliche Erfolge des Schutzbundes konnte die regierungstreue Heimwehr mit Unterstützung durch das Militär aber schnell abwehren, die Schutzbündler mussten fliehen. Dann begann eine regelrechte Jagd auf den steirischen Anführer der Kämpfe: Koloman Wallisch.
Thomas Cik erzählt im Podcast, wie damals die Demokratie abgeschafft und der Rechtsstaat ausgehebelt wurde, um politische Gegner zu vernichten. Wie sich die Politik und die Bevölkerung radikalisierte und was heute von alldem übrig bleibt.