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Kirche und CoronaUlrich Körtner: Unbedingtes Gottvertrauen verführt nicht zu Leichtsinn

Essay. Vielleicht stimmt der Vorwurf und die christlichen Kirchen haben sich in der Coronakrise bisher zu wenig vernehmlich artikuliert. Zu sagen hätten sie in einer säkularen, weltanschaulich pluralen Gesellschaft sehr viel.

© Margit Krammer/Bildrecht Wien
 

Zu meinen eindrücklichsten Erinnerungen an den Lockdown im Frühjahr gehört eine Szene aus der Talkshow mit Markus Lanz im ZDF. Es war an einem späten Dienstagabend Ende April. Im Studio der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil, der Virologe Hendrik Streeck aus Bonn sowie die Schriftstellerin und Philosophin Thea Dorn. Lange dreht sich das Gespräch einmal mehr um Nasen-Mund-Schutz, um neueste Studien zum Covid-19-Virus und darum, wie man der Pandemie und der Folgen der Coronakrise Herr werden kann.

Kommentare (1)
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zweigerl
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Lesenswert?

Zynismus?

Den Kirchen "Existenzrelevanz" zu testieren, wenn in den Gotteshäusern sich die Särge stapeln, grenzt an Zynismus. Ein steirischer evangelischer Bischof betet seit Monaten, dass der Gott "Wissenschaft" endlich einen Impfstoff finden möge. Bei aller damit eingestandenen Ohnmacht, das Leid mindern oder wenigstens lindern zu können, finde ich diese Haltung wenigstens ehrlicher als diese Besonnenheitspredigt, die jedes Schicksal ruhig auf sich zu nehmen rät. "Thea Dorn" ist ein nom de plume für den Glauben an die analytische Kraft des Denkens von Theodor W. Adorno. Dieses war wenigstens widerständig und verabscheute transzendente Beruhigungspillen.