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Interview mit Valentin Inzko„Es gibt in Bosnien viele Nelson Mandelas“

Die einfachen Leute in Bosnien seien bereit, zu verzeihen. Doch leider fehle der Politik die Größe zum historischen Kniefall, bedauert Valentin Inzko, der Hohe Repräsentant in Sarajewo.

In Srebrenica will die Geschichte auch ein Vierteljahrhundert nach dem Völkermord nicht vergehen
In Srebrenica will die Geschichte auch ein Vierteljahrhundert nach dem Völkermord nicht vergehen © Wolfgang Zajc
 

Herr Inzko, das Massaker von Srebrenica jährt sich zum 25. Mal. Hätte es vermieden werden können?
Valentin Inzko: Die Dimensionen sind andere, aber hätte man den Holocaust verhindern können? Außenminister Alois Mock hat damals UN-Sicherheitszonen vorgeschlagen, die funktioniert haben, aber nicht in Srebrenica. Die EU hatte 1995 noch keine gemeinsame Außen - und Sicherheitspolitik. Das holländische UN-Bataillon vor Ort war machtlos. Es bekam keine Unterstützung von außen. Es kam zum Völkermord mit über 8000 Opfern, darunter die hochschwangere Zekira Begić und ihr ungeborenes Kind. Die Mütter werden nie wieder ihre Söhne, ihre Kinder umarmen können. Das Geschehene kann nicht ungeschehen gemacht werden. Trotzdem ist die Geschichte von Srebrenica nicht abgeschlossen.

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