Auf den ersten Blick stehen die Chancen für eine Kofinanzierung des Koralm- und des Semmeringtunnels aus EU-Mitteln nicht sehr gut. "Je eher die Mitgliedstaaten ihre prioritären Projekte für den Bahnausbau in Brüssel einreichen, desto eher haben sie eine Chance," hieß es auf APA-Anfrage aus der Kommission. Gleichzeitig macht die Brüsseler Behörden deutlich, dass es nach der Kürzung der Budgetmittel für Bahn-Projekte im Finanzrahmen für 2007 bis 2013 Geld nur noch für die wichtigsten Transeuropäischen Strecken (TEN) gebe - und da vor allem für grenzüberschreitende Abschnitte.
TEN-Strecken. Koralm- und Semmeringtunnel liegen derzeit nicht auf einer dieser vorrangigen TEN-Bahnverbindungen, sondern genau daneben. Denn die TEN-Strecke von Lyon über Turin und Venedig nach Budapest soll laut aktuellem Planungsstand über Triest und Laibach und den Süden Ungarns führen.
Rack sieht Chancen. Der steirische ÖVP-Europa-Abgeordnete Reinhard Rack sieht dennoch durchaus aufrechte Chancen, die österreichische Südbahn und damit Koralm- und Semmeringtunnel doch noch in den vorrangigen EU-Bahnprojekten unterzubringen. "Der Papierform nach ist die Wahrscheinlichkeit gleich Null, in der Realität aber relativ hoch", so Rack.
Klar machen. In der Praxis gebe es bei allen Projekten Schwierigkeiten und daher immer wieder eine Chance schneller als ein anderes Land zu sein. Dazu müssten allerdings die Streitereien zwischen den Ländern sofort aufhören und Österreich umgehend in Brüssel tätig werden, unterstrich Rack am Freitag im Gespräch mit der APA. In erster Linie müsse der Kommission deutlich gemacht werden, dass diese Strecke zu drei Viertel fertig sei und Österreich bereit sei, in die fehlenden Abschnitte selbst "sehr viel zu investieren".
Chancen für EU-Gelder auf ersten Blick "gleich Null"
Rack: Schnelles Handeln könnte Brüssel noch überzeugen. Bösch: "Keine falsche Hoffnungen machen"
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