In Lufthansa-MaschineFlugpassagier hatte mit Handy-Bombe gedroht

Polizistenpärchen aus Niederösterreich hatte auf Flug nach Kanada einen Bombendroher überwältigt. Aber es war nicht ihre Leistung allein, berichtet ein Schweizer Magazin jetzt.

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Polizisten
Das Polizisten-Paar aus Niederösterreich saß im Flugzeug © LPD NÖ
 

Ein niederösterreichisches Polizistenpärchen, das privat in einem Flugzeug von Deutschland nach Kanada unterwegs war, hat in der Lufthansa-Maschine einen tobenden Fluggast überwältigt. Das Innenministerium war zu Jahresbeginn selbst mit der Geschichte an die Öffentlichkeit gegangen, Minister Gerald Karner zeigte sich in einer Aussendung stolz auf das beherzte und intelligente Einschreiten der beiden Beamten.

Das Schweizer Online-Fachmagazin "aerotelegraph" hat weitere Hintergründe zum Flug LH470 am 29. Dezember von Frankfurt nach Toronto recherchiert. Demnach sei der an einem Sitz am Fenster platzierte Fluggast rund zwei Stunden nach dem Start plötzlich aufgestanden und habe auf Englisch gedroht, eine Bombe zu zünden. In seiner Hand habe er einen Gegenstand gehalten, der wie ein mit Klebeband umwickeltes Handy aussah. Seine Forderung: Der Airbus A350 solle in Großbritannien landen.

>>> Zum Bericht auf aerotelegraph.com

Crewmitglieder versuchten mit dem Mann in Kontakt zu treten. Zunächst habe der offenbar psychisch gestörte Mann nicht darauf reagiert, heißt es in dem Bericht. Er soll der Lufthansa-Crew verboten haben, sich untereinander auf Deutsch zu unterhalten. Fluggäste im nahen Umfeld des auffälligen Gastes wurden dann umplatziert, andere hätten gar nichts von den Vorgängen mitbekommen.

Wohl aber das Urlauberpaar aus Niederösterreich. Das hielt sich zunächst noch zurück, gab sich aber dann der Crew gegenüber als Polizisten zu erkennen und bot seine Hilfe an. Es wurde in die Diskussionen über das weitere Vorgehen einbezogen.

Es habe rund eineinhalb Stunden guten Zuredens durch ein Crew-Mitglied gebraucht, bis dieser das Vertrauen des Mannes gewann. Der Fluggast habe den Gegenstand dem Flugbegleiter ausgehändigt und sei dann ruhig weggeführt worden. Erst danach kam es im Bereich der Bordküche zum Zugriff mit Unterstützung der beiden österreichischen Polizisten, heißt es in dem Bericht. Die beiden Österreicher wandten dabei spezielle Einsatztechniken an und legten dem Mann Handfesseln an. Zu diesem Zeitpunkt habe dieser aber bereits aufgegeben, wird in dem Bericht angemerkt.

 

 

Kommentare (1)
wirklichnicht
3
1
Lesenswert?

"Als der Mann gefesselt wurde, hatte er längst aufgegeben"

steht im Original-Artikel. Auch das vermeintlich gefährliche Handy wurde von den Flugbegleitern abgenommen und nicht von den Polizisten.
Aber unser Innenminister macht daraus eine Superhelden-Story für die Polizei inkl. Presseaussendung des Innenministeriums, obwohl die zwei weder im Einsatz standen noch auf österreichischem Gebiet waren.